Archiv der Kategorie: Bildimpressionen

Von kurz nach früher bis heute

Raus hinaus.

Stadtflucht? Landrettung!

Verfluchtes Hinterland.

Romantisierende, idealisierende, Träumereien.

Vom Paradies im Garten. Die Bienen, Fliegen und Käfer.

Keine Schädlinge, sondern bereichernde

Freunde mit Sonnenhut dank Fingerglut.

Was auch immer. Das rationale Über. Wesen. Ich?

Soll mal die Fresse halten. Realität? Lass mich in Ruhe damit.

Mein Gefühl jetzt sagt mir, weg hier. Und das schon seit Jahren.

Wird Zeit es endlich zu wagen und das durch zu ziehen.

Gemeckert wird eh immer überall.

Und sowieso, überhaupt macht man es nie richtig im falschen.

Ein hoch auf den Dilettantismus. +

Für die naive Freude vom besseren morgen.

Und ganz ehrlich ey, Fickt euch doch Sorgen.


Schrotthaufen werden zu Abenteuerspielplätzen für Schnecken,

+Asbestplatten und feuchte Wände sind notwendige Übel im Kampf gegen die Windmühlen.

Sancho Panza hört Pflanzer und die Nazis von nebenan entpuppen sich als verkappte Esos, die auch nur extrem nach Liebe Anerkennung und Zugehörigkeit suchen.

Wie dem auch sei.

Es wird schon alles schiefgehen.

+++++

 

 

Tunesien auf der Meta – Ebene

Meta heißt irgendwas was mit „drüber“ und kommt aus der Philosophie. Meta- Physik bezeichnet ganz klassisch die Beschäftigung mit Dingen, die man nicht sieht.  Da ich nun schon lange wieder in Deutschland bin, fand ich den Begriff ganz passend. Ich sehe zwar die Bilder, aber nicht alles kann ich festhalten. Somit bin ich auf mein Errinnerungsvermgen, mein geistiges Auge angewiesen.

Also es war intensiv, anstrengend, aufregend und langweilig zu geich. Mich hätte es mal wieder viel schlimmer treffen können. Natürlich blieben viele Wünsche und Vorhaben unerfüllt. Ich dachte auch, dass ich mega motiviert kreativ ausrasten würde.  Oder zumindest Yoga machen jeden Tag.

Aber die Motivationsspritze wurde bei mir nicht angesetzt. 

Meine Highlights waren die kleinen Dinge…. außerhalb. Das harmonische Miteinander zu dritt zum Beispiel, oder die netten Nachbarn. Die Verkäufer und Händler auf dem Markt, die mich am Ende alle kannten, weil ich da fast jeden Tag langlief. Nachdem ich die Jungs davon überzeugt hatte, dass ich meinen persönichen Freigang brauche, komme was wolle.

Hitler zu sehen, war allerdings äußerst irritierend. Aber der scheint im Rest der Welt (Indien insebsondere) als eine Art Gott, Held oder großer Mann verehrt zu werden. Sehr sehr seltsam. Wie dem auch sei… auch das ging vorbei. Was gab es noch?

Fisch aus Dosen, Sardinen zu meist. Oscha. Eine Art Omelett mit Paprika und Tomaten. Generell dieses Essen. Nicht sehr vegan. Käsig und fischig. Aber sehr lecker. Und deftig. Die Jungs aus der ersten WG, etwas außerhalb, in einem Armenviertel, was eigentlich mal für Wohlhabende vorgesehen war, nahmen mich den einen Abend mit zu Lablebi essen. Ich hatte keinen blassen Schimmer und sagte nur freudig, ja klar, auf die Frage, ob ich das Essen wollen würde. Ich war nur froh wieder was neues zu erleben. Tunesien auf der Meta – Ebene weiterlesen

Freitag der 13.

… oder der Anfang vom Ende …

Der Tag war seltsam, ereignisreich und voller irritierender Wendungen. Gefühlsachterbahn inklusive. Erst ganz spät am Abend fiel mir auf, dass es ein 13. Freitag war und dem Aberglauben nach ist das ein Pechtag. Als ich das erzählte, mussten alle lachen.

Aber wie kommen wir dahin wo ich jetzt war?

Tunis: Morgens fuhr ich mit Walid nochmal in die City, weil wir beide unsere Ladekabel bei dem Freund letzter Nacht vergessen hatten. Ich schrieb einen Zettel mit der Bitte, sich zu melden, wenn Oumeima und ihr Freund nach Sousse aufbrechen wollten.

In der City trafen wir einige Freunde und Bekannte und gingen dann in eine versteckte Bierbar. Walid versuchte die ganze Zeit die Leute zu erreichen mit denen ich auf reisen gehen sollte, aber keine Antwort. Dann hieß es, die Fahrt fällt flach, dann telefonierte ich mit Oumeima, um heraus zu finden, was jetzt Sache ist. Sie meinte, ich solle sofort kommen und dann ginge es los.

Also organisierte mir Walid ein Taxi und ich fuhr zurück. Etwas später saßen wir in einer Mitfahrgelegenheit und gegen 20:00 kamen wir irgendwo an, wo uns ein Freund empfing und zu sich nach Hause brachte. Wir wollten raus gehen und am nächsten Tag sollte die Trance Party sein. Aber Corona machte uns einen Strich durch die Rechnung.

Nach vielem hin und her und zwei weiteren Autofahrten fanden wir uns in einem schönen Haus, in einem kleinen Ort weiter, namens Sidi Buali. Es gab Bier vom Schwarzmarkt, immerhin und Musik. Der Abend war echt nett, ich fand dann auch einen tollen Ort, an dem ich schlafen konnte. So ein kleines Kämmerchen mit Fenster und Matratze und voller Party- Deko.

Mich wunderte ein wenig, dass so junge Leute in so schicken großen Häusern wohnen. Aber eigentlich schlau, nicht zur Miete wohnen zu müssen.


Ich feierte die Musik und tanzte auf dem Balkon. Dann hieß es irgendwann gegen frühen Abend Aufbruch zurück nach Tunis. Und kein Bier.. aber ein toller Sonnenuntergang im Auto und leckere Sandwiches. Nach einiger Diskussion und einem kurzem Einkauf.

Man wollte mich nicht allein einkaufen und das Essen machen lassen, also mussten sie dann wohl oder übel mit mir mitkommen. Ich war schon auf dem Weg nach draußen, quasi. Im Mini- Supermarkt fand ich dann Estrella Damm, eine spanische Biersorte. Wenn auch ohne Alkohol, aber besser als gar nichts. Ein Hoch auf den Placebo- Effekt.

In der Wohnung von Achmed, Hakim und dem Grafikdesigner mit seiner Freundin Oumeima kommen viele Freunde Abends zu Besuch. Man zockt Fifa, raucht viel und hört Musik oder guckt tunesische Comedy- Serien. Walid meinte, die wären total schrecklich.

Die Jungs sind alle, nebem ihrem Filmstudium, in der Kreativbranche als Freelancer tätig. Hakim arbeite gerade an einem Werbesong für ein Programmierkurs. Das Equipment bestand aus Laptop, Interface und Mikro. Die „Sprecherkabine“ befand sich neben dem Schreibtisch in der Zimmerecke und bestand quasi nur aus dieser Ecke, die mit Schaumpolster beklebt war. Ich war begeistert.

DIY. Überall. Man braucht kein teures Equipment, um gute Sachen zu produzieren.

 

 

 

 

Tunis City – le Medina

Der erste Tag nach meiner Ankunft strahlte nur so voll Sonnenschein, ich hatte riesige Lust auf Meer, Reisen, Natur und Kulturveranstaltungen. Auf Erkundungen in den Straßen und Fotoreportagen. Walid zeigte mir die Medina (Altstadt) von Tunis gemeinsam mit einem Freund.

 

Kleine Straßen und Gassen, viele viele Menschen. Die Jungs redeten und rannten so ziemlich durch die Stadt und ich musste Fotos machen, das führte natürlich dazu, dass ich verloren ging in dem Gewusel. Gott sei Dank hatte Walid mir direkt nach Ankunft eine tunesische SIM organisiert, also konnte ich ihn anrufen. Er fand mich dann auch kurze Zeit später wieder. Ich hatte echt ganz kurz Panik, was mir noch einige Male passieren sollte.  Aber das macht Abenteuer aus. Nervenkitzel ist ja auch wichtig.

Wir saßen dann einige Stunden (gefühlt) auf einem Dach mit eindrucksvollem Mosaik Muster. Generell diese Farben und Muster überall, beeindrucken mich sehr. Auch der Dreck in den Gassen und die Katzen bei Nacht haben einen ganz besonderen Charme. Der Verkehr ließ mein Herz klopfen vor Angst. Jedes Mal, wenn wir die Straße überquerten. Ich erinnerte mich an Saigon oder Bangkok.

Die Jungs kannten den einen Menschen, der dort arbeite anscheinend recht gut. Sie unterhielten sich über Gott und die Welt, ich schnappte hier und da ein paar Worte auf und versuchte Französisch zu sprechen. Der Bekannte meiner Freunde aber sprach aber besser deutsch. Wegen der Touristen. Na klar. Gute Gastgeber eben.

Danach ging es mit dem Taxi und einer alten Frau als Fahrerin nach Sidi Bu Said. Wunderschön, voll touristisch aber nicht so schlimm voll wie die Innenstadt. Und direkt am Meer. In einem Restaurant am Strand bekamen wir Fisch. Die Tischdecken werden bei neuen Gästen einfach umgedreht. Leider wurde das mit unserer schon einige Male vorher gemacht. Also sauber ist definitiv was anderes, aber das gehörte dazu.

Am Abend gab es keine Taxis mehr zurück ins Center von Sidi Bu Said, wir quatschten mit dem Platzeinweiser und fragten andere Gäste des Restaurants, mittlerweile war es schon dunkel. Wir hatten Glück, nach einer viertel Stunde nahmen uns zwei nette Herren mit in die City von Sidi Bu Said. Von dort bekamen wir ganz schnell ein Taxi in die City von Tunis. Der Freund vom Nachmittag hatte uns eingeladen, er wollte kochen. Und er besorgte Bier. In einem dafür vorgesehen Laden.

Wir rauchten Shisha, aßen Oliven (das war die Art zu kochen xD) und tranken Bier. Nebenbei lief die Mumie auf Englisch mit Arabischen Untertiteln. Die Zeit war super. Ich hatte Spaß, konnte mich ganz gut auf englisch unterhalten. Auch über Politik, Religion und Kommunismus. Der eine Mensch war ein Angehöriger der „Red Church“… ein kommunistischer Christ. Und ein Fan von Polyamorie. Sehr sympathisch.

Als wir nach Hause kamen, waren bereits wieder alle im Bett.

 

 

Vom -Verlieren und -Versagen

Oder anders gesagt: Scheitern muss man können.

Letztes Semester war herrlich Erfolglos.  Immerhin, ich bekam viele schöne Bilder moderner Malerei zu sehen. Und die Zeit flog wieder nur so dahin. WAS? Schon wieder Semesterferien?? Was habe ich eigentlich die ganze Zeit getrieben? Prokrastination!? Antifaschiste, natürlich.

Johannes Itten (1917) Blaugrüner Klang
Joan Miró (1925) Tänzerin II
Surrealismus

Der Vergleich mit anderen ist das Problem. Die vermeintliche Masse an Menschen, die vermeintlich so viel mehr können, fleißiger sind, fokussierter, ehrgeiziger und was sonst noch alles. Das ist mein Blick. Meine verzerrte Perspektive, mein Mann im Kopf. Oder ist es eine Frau?!

Joan Miró (1940) Nachtigallenlied um Mitternacht und beim Morgenregen

Woher kommt das Gefühl nie genug zu sein? Objektiv betrachtet sind die meisten Menschen in meiner Umgebung ja mehr als OK. Und doch plagen sich viele mit diesen Gedanken, Gefühlen und Sorgen.

Stanton Macdonald-Wright (1915) Schöpfungs-Synchronie
Wassily Kandinsky (1914) Unbenannte Improvisation IV
Der Blaue Reiter

Henri Valensi (1932) Frühlingssymphonie

Konkurrenzdenken, Leistungsdruck, Ego-geficke. Selbsthass. Das Unvermögen, sich selbst zu lieben. Oder doch der ganz normale Narzismuss. Ein ewiges pendeln zwischen den Extremen. Der Ausschlag ist nur etwas geringer, als noch vor paar Jahren.

Immerhin. Das können wir vermerken. Die Waage schwankt nicht mehr Kilometer weit, die Wippe springt keine 90 Grad mehr in die Höhe, sodass es eher ein Katapult genannt werden kann. Die Schaukel überschlägt sich nicht. Mehr. Zumindest, wenn ich drüber nachdenke und die letzten Jahre beobachte.

Die Flut an Möglichkeiten sollte mich nicht quälen. Ich sollte dankbar sein, für jeden kleinen Moment des Friedens. Der Wärme. Auch des Nichtstuns.

… wird schon alles.

 

… und dann kam Tunesien

… oder ich kam nach Tunesien. Walid, ein guter Freund aus Köln, lud mich dorthin ein. Ich hatte fast keine andere Wahl, er freute sich tierisch und ich sah das mal wieder als eine willkommene Abwechslung und angenehme Flucht aus dem Alltagstrott.  Der, zugegebenermaßen, bei mir recht selten ist. Walid meinte, ich müsste nur den Flug bezahlen und sonst nichts. Was so nicht stimmte. Ich geb sehr viel Geld aus. Aber das ist mir noch egal… zumindest ließ er nicht locker und stellte sicher, dass ich wirklich kam.

Bevor ich startete, war nicht viel los mit mir und in Deutschland, außer Corona im Anmarsch und man fragte mich, ob ich denn wirklich verreisen wollen würde…. ich sagte, mir kann nichts passieren.  So richtig Lust bekam ich aber erst, als ich dann im Flugzeug saß. Das könnte spannend werden. Wir wollten umherreisen und Videos/ Reportagen drehen. Doch dann kam ja bekanntlich alles anders.

Nun sitzen wir in Quarantäne, ich habe Tunis nur einmal kurz für eine Nacht verlassen. Da waren wir auf dem Weg zu einer Psytrance Party, die wurde dann leider abgesagt und auch alles andere gleich mit.

Aber der Reihe nach. Angekommen in Tunis empfing mich Walid am Flughafen und ich war tatsächlich erstaunt. Ich hätte nicht damit gerechnet. Das machte mich sehr froh und ich hatte ja keine Ahnung, wie anders Tunesien dann doch ist und wie wenig ich mit den Menschen kommunizieren kann. Englisch sprechen nur sehr wenige. Französisch, wenn ich Glück hab, aber sonst Arabisch bzw. eine tunesische Art davon

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Walid organisierte uns ein Taxi für 10 Dinar, dafür mussten wir ein wenig über Kreisverkehre und über Straßen laufen. Die Taxis direkt vorm Flughafen wollten 30 Dinar für eine Fahrt ins Stadtzentrum. Ich war total paralysiert und konnte gar nichts erzählen. Viel zu baff dann doch in Tunesien gelandet zu sein. Wir sprechen über vieles und Pläne haben wir auch viel, Walid und ich, aber umsetzten tun wir es dann selten. Nicht so meine Reise also…

Wir gingen dann in ein Cafe, ein Alternatives, wo sich viele Studenten, Künstler und Politaktivisten treffen. Während und vor der Revolution ein wichtiger Treffpunkt. Ein Freund von Walid erzählte mir, die Spitzel der Regierung wären super auffällig immer gewesen und er lachte dabei.

Dann fuhren wir weiter, etwas außerhalb des Stadtzentrums, zu Freunden, bei denen wir die nächsten Tage unter kamen. Zu meiner großen Enttäuschung gab es kein Bier mehr nirgends zu kaufen.  Walid kochte für uns abgefahrenen Reis mit Spinat und Hühnchen. Also vegan leben ist hier unmöglich, vegetarisch auch, wenn man Käse als vegetarisch definiert. Es gibt viel Fisch (frisch und aus Dosen), Schmelzkäse, Harriessa (so scharfes Tomatenzeug in Öl) und Oscha, Ojee Oscha… irgendwie so was. Spannend alles auf jeden Fall und lecker war es. Aber kein Bier.

Unterhalten konnte ich mich nicht wirklich mit den Jungs. Ich wollte dann nochmal vor die Tür und Walid sah sich wohl in der Pflicht mich zu begleiten, was echt nicht nötig gewesen wäre, aber gut. Wir sind dann in die einzige zu Fuß zu erreichende Bar in einem Luxus Hotel. Da fuhr man mit dem Fahrstuhl hoch, nachdem man von Security abgecheckt wurde. Das war echt seltsam. Die Musik schrecklich, aber tanzbar.

Nach 4 Bier (0,33l) war ich betrunken genug, um mich nicht weiter drum zu scheren und tanzte ausgelassen in einer Ecke. Walid saß auf einem Stuhl daneben, der arme war echt fertig. Aber ich hatte noch viel Energie, die in Bewegung umgesetzt werden musste. Zwischendrin musste Walid nochmal Geld holen und kam mit einem Menschen zusammen zurück, der ihn zum nächsten Automaten gefahren hatte.

Als wir zurück nach Hause kamen, waren die Lichter bereits aus. Am nächsten morgen bzw. mittags gingen wir raus und tranken Cafe, und Orangensaft in einem Laden an einer vielbefahrenen Straße. Ich genoß die Sonne und wir machten aus, dass ich mit den Freunden von Walid mit zu der Technoparty nach Sousse fahren sollte. Walid wollte über das Wochenende einen Trailer für einen Film drehen.

 

 

 

Die große Verschiebung

Ich habe Angst vor allem.

Doch Schocken kann mich gar nichts.

Mein Egoismus. Ist das noch gesunder Narzismus?

Gehör ich zur Elite, weil ich ein Abitur habe? Weil meine Familie aus Akademikern besteht? Bin ich irgendwem oder was, etwas schuldig?

Vielleicht gehöre ich dazu, auch wenn ich das alles ablehne.

Vielleicht bin ich deswegen so oft gegen mich.

 

 

Die große Verschiebung, die Verrückung der Zeit, Enttäuschungen und neue Illusionen. Machtverhältnisse, Ideale, Werte und Ängste.

Das universale Chaos, die Neuordnung der Welt.

Woran sich halten?

 

 

Oder einfach aufhören und schweben, fliegen und leben im Luftleeren Raum. Die Atmung!! Die bleibt.

„Wir bemerken, dass das Fallen zum Schweben wird, wenn wir aufhören uns an Dingen festzukrallen.“

 

 

Das Spiel gegen sich selbst, kann keiner gewinnen.

Nehmen wir uns lieber an die Hand und lieben uns, anstatt zu hassen. Nein?

Wir können eh nichts richtig machen.

Und was wir sind, hat auch noch keiner verstanden, nur weiß ich, dass all das HIER: und jetzt.

Ein totales Wunder ist.

 

Die Belanglosigkeit eines starken Gefühls

Zersetzte Kuchenreste voll krummen Regenbogen, getragen durch die unmissverständliche Umarmung dreier Katzen.

Verlorene Gitterstäbe, vernebelte Zahlenreihen. Im trockenen bei Nacht lässt sich die Wärme doch ertragen. Mit dreifaltigem Kitt.

Obligatorische halb Wahrheiten, verhasste Geliebte und Ex- Lover, die sich deiner Träume bemächtigen. Fesselndes Unheil, verblendete Unschuld. Unfreie Freiheit.

Illusionen werden zu Visionen, ersetzen Realitäten, gemischt mit Entitäten, Paritäten und kommunalem Wahnsinn. Lokal globale Trennmittel, Waschpulver und Seifenblasenbeschwerer.

Bekloppte, Irre, Psychonauten und Chaoten. Fehlende Kindheit, Verantwortungsloses Theater, Fernsehen und andere mediale Foltereinheiten.

Taubennester vermögen keiner Seele zum Schutz die Tasse ausleeren. Verpasste Feldkritzelei, warmes Bierdosenei und verschimmelter Nachmittagsbrei.

Das Gute zu verbrauchen, die Grenzen zu verschieben. Verrückte Zeit, verwandelte Einheit und immer wieder dieses unendlich dumme, hochfrequente Rauschen. Rosa!!!

Oder war es grün? Weiß? Rot?

Die Welt in schwarz -weiß wahrzunehmen und zu verstehen,  ist durchaus bequemer, als in 17 Millionen Farben. Zu viele Farben überfordern meinen  verkopften Geist. Wir können da ein Lied von singen.

Vorwärts immer, rückwärts nimmer!

Oder:

Wo wir sind ist vorn, und wenn wir hinten sind, ist hinten vorn.

Die Trivialitäten des immer wieder kehrenden Kreislaufes, voll undurchsichtiger Gedanken, inhaltleerer Wortspiele und bürgerlichen Kopfschranken. Was machen die mit uns?

Die fortwährenden Appelle und Mantren der Leistungsgesellschaft, Personalentwickler*innen und Fortschrittsmanager*innen. Die, die wissen wohin es geht, reiten uns mit vollem Elan und absurd grotesk guter Laune eines Animateurs einer All- Inclusive- Anlage in Marrokko, in den Abgrund. Echte Täuschungen werden zu allseits geglaubten Wahrheiten und zwischendrin schieß ich dich ab mit billigem Rotwein oder einer Wegwerfkamera. Dann jauchzen wir vor Extase Euphorie und eingebildetem Glück , gefangen in der Illusion, der Welt und Realität weit entrückt. Eingebettet im Ikeabett , davor ein kuschelig warmer Flokati vom Flohmarkt.  Es brennen Kerzen, wie romantisch, im Fernseher schreien Zombies. Netflix erklärt dir, dass Tiere essen radikal ist und fragt sich wie laut man noch werden muss, damit alle wach werden. Gebannt glotzen wir hinein in eine vermeintlich unabänderliche ohnmächtige Zukunft.

Dann ein Telefon, der Wecker wir müssen mehr Sport treiben. Also raus aus dem Fernseher und rein in irgendeinen anderen Käfig, um dort dann, wie Legehennen in Legebatterien in in Reihe geschalteten Hamsterrädern weiter zu laufen, immer weiter und weiter und weiter in den Abgrund hinein. Hier eine Push-Mitteilung, du hast 7 km geschafft. Erdogan lässt Zivilisten ermorden, Ostdeutschland fällt auf das Süßholzraspeln der neuen Faschisten rein, die klug wie sie sind, einfach behaupten, der wahre Faschismus käme von links. Was man so einfach auch gar nicht widerlegen kann, wenn Faschismus heißt, Menschen, erstmal lieber ein paar zu viele als zu wenige, zu ermorden. Dann ein Gefühl im Bauch. Darf ich jetzt schon was essen? Was sagt die App dazu?

Nein, erst noch die nächsten Plena, Seminare und Vorlesungen, Essays und Streitschlichtungen, dann Essen aus dem Müll retten und dabei knapp einer Ingewahrsamnahme der Polizei entkommen. Gut, dass ich so charmant und eloquent bin und es verstehe, den männlich gelesenen, aber auch den weiblichen, verlorenen Seelen, das Gefühl von Halt und Verständnis, ein Fünkchen Liebe vorzutäuschen. Alles aus reinem Eigeninteresse, höre ich die Neoliberale Front schreien. WENN JEDER ZU ERST AN SICH DENKT; IST AN ALLE GEDACHT: Ja, die Kinder freuen sich. Wenn Mama und Papa sich um sich kümmern, können die sich alleine erziehen. Das wird sicher nicht schief gehen.

Zurück in Netflix, endlich mal wieder. Totale Immersion. Ich hab meine Ruhe und ungesehen kann ich jetzt auch endlich mal ein Schwein schlachten, das Blut trinken und mich in seinen Organen welzen. Klar, bin ich vegan. Wie sonst sollen wir die Welt retten? Dazu gibt’s noch ein Gluten- und Laktosefreies Leberwurstsorbet. Und ein paar Zwergenpornos, in denen auch Kinder nicht zu kurz kommen. Schön durchgefickt von ein paar Hirntoten Ungetieren in Priester- und Polizistenkostüm. Ein Genuss. Dann wieder der Wecker. Das Hamsterrad ruft.

…. ich will hier raus.  Vorwärts immer, rückwärts nimmer! weiterlesen