Freitag der 13.

… oder der Anfang vom Ende …

Der Tag war seltsam, ereignisreich und voller irritierender Wendungen. Gefühlsachterbahn inklusive. Erst ganz spät am Abend fiel mir auf, dass es ein 13. Freitag war und dem Aberglauben nach ist das ein Pechtag. Als ich das erzählte, mussten alle lachen.

Aber wie kommen wir dahin wo ich jetzt war?

Tunis: Morgens fuhr ich mit Walid nochmal in die City, weil wir beide unsere Ladekabel bei dem Freund letzter Nacht vergessen hatten. Ich schrieb einen Zettel mit der Bitte, sich zu melden, wenn Oumeima und ihr Freund nach Sousse aufbrechen wollten.

In der City trafen wir einige Freunde und Bekannte und gingen dann in eine versteckte Bierbar. Walid versuchte die ganze Zeit die Leute zu erreichen mit denen ich auf reisen gehen sollte, aber keine Antwort. Dann hieß es, die Fahrt fällt flach, dann telefonierte ich mit Oumeima, um heraus zu finden, was jetzt Sache ist. Sie meinte, ich solle sofort kommen und dann ginge es los.

Also organisierte mir Walid ein Taxi und ich fuhr zurück. Etwas später saßen wir in einer Mitfahrgelegenheit und gegen 20:00 kamen wir irgendwo an, wo uns ein Freund empfing und zu sich nach Hause brachte. Wir wollten raus gehen und am nächsten Tag sollte die Trance Party sein. Aber Corona machte uns einen Strich durch die Rechnung.

Nach vielem hin und her und zwei weiteren Autofahrten fanden wir uns in einem schönen Haus, in einem kleinen Ort weiter, namens Sidi Buali. Es gab Bier vom Schwarzmarkt, immerhin und Musik. Der Abend war echt nett, ich fand dann auch einen tollen Ort, an dem ich schlafen konnte. So ein kleines Kämmerchen mit Fenster und Matratze und voller Party- Deko.

Mich wunderte ein wenig, dass so junge Leute in so schicken großen Häusern wohnen. Aber eigentlich schlau, nicht zur Miete wohnen zu müssen.


Ich feierte die Musik und tanzte auf dem Balkon. Dann hieß es irgendwann gegen frühen Abend Aufbruch zurück nach Tunis. Und kein Bier.. aber ein toller Sonnenuntergang im Auto und leckere Sandwiches. Nach einiger Diskussion und einem kurzem Einkauf.

Man wollte mich nicht allein einkaufen und das Essen machen lassen, also mussten sie dann wohl oder übel mit mir mitkommen. Ich war schon auf dem Weg nach draußen, quasi. Im Mini- Supermarkt fand ich dann Estrella Damm, eine spanische Biersorte. Wenn auch ohne Alkohol, aber besser als gar nichts. Ein Hoch auf den Placebo- Effekt.

In der Wohnung von Achmed, Hakim und dem Grafikdesigner mit seiner Freundin Oumeima kommen viele Freunde Abends zu Besuch. Man zockt Fifa, raucht viel und hört Musik oder guckt tunesische Comedy- Serien. Walid meinte, die wären total schrecklich.

Die Jungs sind alle, nebem ihrem Filmstudium, in der Kreativbranche als Freelancer tätig. Hakim arbeite gerade an einem Werbesong für ein Programmierkurs. Das Equipment bestand aus Laptop, Interface und Mikro. Die „Sprecherkabine“ befand sich neben dem Schreibtisch in der Zimmerecke und bestand quasi nur aus dieser Ecke, die mit Schaumpolster beklebt war. Ich war begeistert.

DIY. Überall. Man braucht kein teures Equipment, um gute Sachen zu produzieren.

 

 

 

 

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