

Ein guter Freund lebt nun seit drei Jahren im Sommer auf einem Segelboot. Der LIA. Die Kosten für seinen alten Wagen waren doch zu groß, als dass es sich bei dem Einkommen irgendwie gelohnt hätte, das weiter durch zu ziehen. Da hätte er auch zur Miete wohnen können… Die Idee kam ihm und obwohl er keine Ahnung vom Segeln hatte, zog er es in relativ kurzer Zeit durch. Segeln lernen, Boot kaufen, ausbauen, los. Zumindest kam mir das so vor…. Vielleicht dauerte es insgesamt auch drei Jahre von der Idee zur Umsetzung, aber Zeitempfinden ist ja immer so eine Sache. wenn nich sowieso diese ganze Zeit total erfunden….

Dieses Jahr jedenfalls hatte ich nicht mehr genügend Ausreden, nicht mitkommen zu können. Er hatte ja auch bewiesen, dass er der Sache mächtig ist. Und er war allein auf dem Boot. Und er lag in Ueckermünde, meinem Heimathafen quasi, genau zu der Zeit, als ich da auch mal wieder umher eierte in der Gegend. Also „musste“ ich mal ein paar Tage mit. Und alle Bedenken und Ängste und Sorgen verflogen sofort, als ich meinen ersten Fuß auf die LIA setzte und P. und L. dabei zusah, wie sie ihre beiden Boote fertig machten zum Ablegen vom nicht ganz legalen Anlegeplatz kurz vor der Hafeneinfahrt der Stadt, direkt neben einem Yachthafen.
Platzangst, die Angst vor zu viel Nähe, Respekt vor der Naturgewalt des Windes und des Wassers und andere Arten von Kopfkino beschäftigten mich die Tage zuvor. Ich war echt aufgeregt und meine Bedingung war, dass wir nur in Küstennähe blieben. Geht auch gar nicht anders auf der Ostsee bzw dem Stettiner Haff, wie mir dann auffiel. Zumindest nicht in vier Tagen von dem Ort aus, von dem wir starteten. Kurz nachdem wir ablegten, verflogen all meine Ängste gemeinsam mit dem wind, der mir ins Gesicht peitschte.

Beim Umherklettern auf dem Deck hatte ich eine Schwimmweste an und sollte mich mit Karabinern an der Reling einharken. So konnte gar nichts passieren. Es war warm, die Sonne strahlte, der Himmel war blau. Das Meer und die Wellen hatten eine absolut bombastische Wirkung auf mich. Gegen Ende turnte ich sogar völlig ohne Sicherung umher, weil ich mir sicher war, dass ich wieder an Bord kommen würde, selbst wenn ich ins Wasser plumpste.
Die Segeltheorie interessierte mich genauso, wie möglichst viel zu segeln. Wenden, Segel hoch, Segel runter, links (backbord) -rechts (steueRbord) und zwischendrin Ruhe, Gespräche über Gott und die Welt, Kaffee, einen Keks, paar Nudeln und dann wieder bissel Action. Ph. erklärte mir, das das Segeln je nach mensch so oder so angegangen wird. Er gehöre zur Art der „lazy sailor“, sein Freund L. mit seinem Boot, WARDI, kommt aus dem Segelsport. Da gibt es stetig was zu tun und zu optimieren. Segeln, so merke ich schnell, ist wie so vieles in dieser Welt. Eine Wissenschaft für sich.


Die erste Nacht legten wir in Swinemünde an. Nach einer kurzen Runde durch die Stadt und einer leckeren Brotzeit, konnte ich auch echt gut schlafen. Wir diskutierten, wie weiter. Morgens versuchte Ph. mich nochmal davon abzubringen, sich auf den weiteren Weg zu machen. Wir mussten 12 Stunden entgegen des Windes kreuzen, bei wenig bis gar keinem davon. Die Alternative wäre, auf bessere Bedingungen zu warten, den Tag am Strand zu verbringen und einen Tag später los. Das wollte ich aber auf gar keinen Fall. Ich wollte ja segeln und die Zeit war knapp….
Am Ende waren wir 17 Stunden bis in die Nacht hinein unterwegs. Wir starteten um 07:00 vom Swinemünder Hafen und segelten einmal die Usedomer Küste entlang bis zum Hafen der Greifswalder Oi, an dem wir gegen 01:00 anlegten. An Land darf man an dieser Mini- Insel nicht als normaler Mensch. Die Vögel schienen uns das auch dementsprechend deutlich zu machen. Ein wenig gruselig war das schon. Auf alle Fälle extrem spannend dieser Tag, gegen Ende. Zwischendrin war mir auch mal mega langweilig, aber trotzdem alles in allem erstaunlich, wie die Zeit dann doch herum gegangen ist, ohne dass ich völlig am Rad gedreht bin.

Anfangs ging mir ordentlich die Pumpe, es kamen einigermaßen große Wellen auf uns zu und die LIA wackelte und schwankte wie verrückt. Wir wurden auch ein wenig nass. Als wir aber aus dem Hafengebiet heraus waren, wurde es ruhiger bis irgendwann gar kein Wind mehr war. Ich meinte noch, man müsse den Göttern Rum opfern, aber Ph. weigerte sich. Er meinte, wenn dann müsse man guten dazu nehmen. Mein dreiviertel Lübzer Pils sorgte vielleicht immerhin dafür, dass wir irgendwann heil ankamen… wer weiß…

Der nächste morgen im Vogelparadies. Unser Boot war gar nicht zugeschissen und ich konnte wieder echt gut schlafen. Es folgte ein weiterer toller Segeltag. Diesmal hatten wir bisschen bessere Windverhältnisse. Es war gut, dass wir den Tag zuvor Strecke gemacht hatten, denn in zwei Tagen wollte Ph. in Stralsund sein, um dort ein paar Zimmermänner auf der Walz einzusammeln. Er hatte sie das Wochenende zuvor in Hamburg kennengelernt und bot ihnen an, sie mit Richtung Norden zu nehmen.

L. hatten wir verloren, obwohl er uns anfänglich ein gutes Stück voraus war. Er ankerte gegen Abend vor der Küste Usedoms, weil er Probleme hatte und Sachen reparieren musste. Nach einem entspannten 7 Stunden Turn erreichten wir eine südliche Bucht von Rügen und ankerten vorm Hafen. Ich wollte gerne an Land, mal festen Boden unter den Füßen spüren. Ph. machte mir sein Schlauchboot fertig und gab mir die Paddel. Ich hatte keinen Schimmer, wie man sowas fährt. Mein linker Arm machte irgendwas und im Kopf ruderte ich immer vorwärts, was dazu führte dass ich dann am Ende im Kreis fuhr. Ich bekam mich nicht mehr ein vor lachen. Auf der Rücktour mit keinem Beobachter und mehr Ruhe, ging es schon besser. Man konnte das fast rudern nennen…. Ich war nicht lange auf dem Land. Wind und Wetter machen echt fertig. Plus Sonne. Plus ein Ph. Aber toll, toll, toll. Alles toll. Auch das Pissen über die Reling, bei krassem Wellengang.

L. war spät am Abend auch in der Bucht gelandet, sodass wir am nächsten morgen wieder gemeinsam starteten. Bis nach Stralsund waren es dann nur noch wenige Augenblicke. Ich turnte vorne am Heck umher und sang, tanzte und schrie vor Glück. So müsste man eigentlich immer leben….





Wir kamen also mega entspannt und zeitlich bequem in Stralsund an, sodass wir noch einen Tag und Abend dort hatten. Die Jungs konnten sich eindecken für den nächsten längeren Turn und ich verabschiedete mich dann auch schon wieder…. Ph. feierte seine 5000 Meilen gebührend, traditionelles Besäufnis an Land, nenne ich das. Gründe gibts immer…. Wir trafen sogar echte Punks. Ich war gerührt. Alles wie früher, nur viel besser.

War dann aber auch echt ausreichend für meine erste Segeltour. Zumal ich mir von nun an das Boot mit drei Menschen hätte teilen müssen. Kann gut gehen, muss aber nicht. Besonders nicht, wenn sonst keine Frauen dabei sind und viel Zeit in Verbindung mit Alkohol im Spiel ist… und damit meine ich nicht, dass die anderen schwierig werden XD

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The next day was more quiet. We drove to the vietnamese market, where Phillip wanted to buy some shoes. But when he found one pair and wanted to pay, they explained to him, that he could not get only one pairs. He should buy twelve. I realized that this was a kind of market for people who sell stuff. In German we say „Großmarkt“. Only dealers can buy there. But in the end I could buy some food and we had a real great traditional Pho soup. It felt a bit like Vietnam…




The next and last step was Praha/ Czech Republic then. It was just a few hours away. We stayed in a hostel right in the centre next to the „Karlsbrücke“, the most famous bridge in Praha. The hostel (Chili) was very cheap but a bit strange. I wanted to make breakfast in the kitchen and therefore we should leave a deposit of 200 czech krones, around 20 Euros. For this I expected a real great kitchen but in the end it was the worst kitchen you can imagine. They dont even had one knife there and none of the pans had an handle. I was pissed but the receptionist seem not to care at all. In the end I used my own dishes and knife from the car.

Anyway. The first night we walked around to look up some alternative DIY pubs Phillip found in the internet. But none of them existed anymore. That was a bit strange. So we just walked through the city and had a dinner in a real bad vietnamese restaurant. It seemed pretty fancy, because of its decoration and the high prices. But the taste was not good at all. The best thing was the cocktail we had.







