Der erste Tag nach meiner Ankunft strahlte nur so voll Sonnenschein, ich hatte riesige Lust auf Meer, Reisen, Natur und Kulturveranstaltungen. Auf Erkundungen in den Straßen und Fotoreportagen. Walid zeigte mir die Medina (Altstadt) von Tunis gemeinsam mit einem Freund.

Kleine Straßen und Gassen, viele viele Menschen. Die Jungs redeten und rannten so ziemlich durch die Stadt und ich musste Fotos machen, das führte natürlich dazu, dass ich verloren ging in dem Gewusel. Gott sei Dank hatte Walid mir direkt nach Ankunft eine tunesische SIM organisiert, also konnte ich ihn anrufen. Er fand mich dann auch kurze Zeit später wieder. Ich hatte echt ganz kurz Panik, was mir noch einige Male passieren sollte. Aber das macht Abenteuer aus. Nervenkitzel ist ja auch wichtig.

Wir saßen dann einige Stunden (gefühlt) auf einem Dach mit eindrucksvollem Mosaik Muster. Generell diese Farben und Muster überall, beeindrucken mich sehr. Auch der Dreck in den Gassen und die Katzen bei Nacht haben einen ganz besonderen Charme. Der Verkehr ließ mein Herz klopfen vor Angst. Jedes Mal, wenn wir die Straße überquerten. Ich erinnerte mich an Saigon oder Bangkok.

Die Jungs kannten den einen Menschen, der dort arbeite anscheinend recht gut. Sie unterhielten sich über Gott und die Welt, ich schnappte hier und da ein paar Worte auf und versuchte Französisch zu sprechen. Der Bekannte meiner Freunde aber sprach aber besser deutsch. Wegen der Touristen. Na klar. Gute Gastgeber eben.

Danach ging es mit dem Taxi und einer alten Frau als Fahrerin nach Sidi Bu Said. Wunderschön, voll touristisch aber nicht so schlimm voll wie die Innenstadt. Und direkt am Meer. In einem Restaurant am Strand bekamen wir Fisch. Die Tischdecken werden bei neuen Gästen einfach umgedreht. Leider wurde das mit unserer schon einige Male vorher gemacht. Also sauber ist definitiv was anderes, aber das gehörte dazu.

Am Abend gab es keine Taxis mehr zurück ins Center von Sidi Bu Said, wir quatschten mit dem Platzeinweiser und fragten andere Gäste des Restaurants, mittlerweile war es schon dunkel. Wir hatten Glück, nach einer viertel Stunde nahmen uns zwei nette Herren mit in die City von Sidi Bu Said. Von dort bekamen wir ganz schnell ein Taxi in die City von Tunis. Der Freund vom Nachmittag hatte uns eingeladen, er wollte kochen. Und er besorgte Bier. In einem dafür vorgesehen Laden.

Wir rauchten Shisha, aßen Oliven (das war die Art zu kochen xD) und tranken Bier. Nebenbei lief die Mumie auf Englisch mit Arabischen Untertiteln. Die Zeit war super. Ich hatte Spaß, konnte mich ganz gut auf englisch unterhalten. Auch über Politik, Religion und Kommunismus. Der eine Mensch war ein Angehöriger der „Red Church“… ein kommunistischer Christ. Und ein Fan von Polyamorie. Sehr sympathisch.

Als wir nach Hause kamen, waren bereits wieder alle im Bett.




































