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Geträumte Utopien vs. Realitätswahnsinn

Wie schaff ich es, nicht an der bestehenden Scheiße kaputt zu gehen und mir die Hoffnung zu bewahren, dass es bald besser wird.

Hey Realität! Realität: Was geht?

Realität! Sag du mir, wie es geht.

Vielleicht knall ich mich einfach zu, dröhn mich voll oder lass mir Tabletten verschreiben, die mich sedieren und das alles ertragen lassen.

Hey Realität? Wozu brauchst du mich?

Realität: Zu viele lassen mich im Stich.

Aber ist es nicht so, dass ICH allein meine Realität erschaffe? Bin ich dann nicht selber Schuld, wenn ich das Gefühl habe, alles sei beschissen. Beschäftige ich mich mit den falschen Dingen?

Hey Realität! Wieso bist du wie du bist?

Realität: Dass es kaum noch zu ertragen ist?

Ok. Also dann fliehe ich aus der Innenstadt, aus den Clubs, den Theatern und Kinosälen?? Oder ich höre ganz auf zu arbeiten und lebe als Eremit umgeben von grüner Natur inmitten von Wiesen und Wäldern? Eskapismus. Hedonismus. Liberalismus. Jej.

Oder ich schreie selbst erdachte Mantren und tanze nackt in der U-Bahn.

„Wir werden bald die Welt bewegen und uns den Gesetzen entheben.

Wir werden bald die Welt verändern und über rosarote Wolken schlendern.

Wir werden bald die Welt auch retten und alle befreien von ihren Ketten.“

Danach finde ich mich womöglich bald wieder in einer psychiatrischen Einrichtung wieder, wobei ich dann wenigstens mal unter normalen Menschen wäre.  Geträumte Utopien vs. Realitätswahnsinn weiterlesen

Vom -Verlieren und -Versagen

Oder anders gesagt: Scheitern muss man können.

Letztes Semester war herrlich Erfolglos.  Immerhin, ich bekam viele schöne Bilder moderner Malerei zu sehen. Und die Zeit flog wieder nur so dahin. WAS? Schon wieder Semesterferien?? Was habe ich eigentlich die ganze Zeit getrieben? Prokrastination!? Antifaschiste, natürlich.

Johannes Itten (1917) Blaugrüner Klang
Joan Miró (1925) Tänzerin II
Surrealismus

Der Vergleich mit anderen ist das Problem. Die vermeintliche Masse an Menschen, die vermeintlich so viel mehr können, fleißiger sind, fokussierter, ehrgeiziger und was sonst noch alles. Das ist mein Blick. Meine verzerrte Perspektive, mein Mann im Kopf. Oder ist es eine Frau?!

Joan Miró (1940) Nachtigallenlied um Mitternacht und beim Morgenregen

Woher kommt das Gefühl nie genug zu sein? Objektiv betrachtet sind die meisten Menschen in meiner Umgebung ja mehr als OK. Und doch plagen sich viele mit diesen Gedanken, Gefühlen und Sorgen.

Stanton Macdonald-Wright (1915) Schöpfungs-Synchronie
Wassily Kandinsky (1914) Unbenannte Improvisation IV
Der Blaue Reiter

Henri Valensi (1932) Frühlingssymphonie

Konkurrenzdenken, Leistungsdruck, Ego-geficke. Selbsthass. Das Unvermögen, sich selbst zu lieben. Oder doch der ganz normale Narzismuss. Ein ewiges pendeln zwischen den Extremen. Der Ausschlag ist nur etwas geringer, als noch vor paar Jahren.

Immerhin. Das können wir vermerken. Die Waage schwankt nicht mehr Kilometer weit, die Wippe springt keine 90 Grad mehr in die Höhe, sodass es eher ein Katapult genannt werden kann. Die Schaukel überschlägt sich nicht. Mehr. Zumindest, wenn ich drüber nachdenke und die letzten Jahre beobachte.

Die Flut an Möglichkeiten sollte mich nicht quälen. Ich sollte dankbar sein, für jeden kleinen Moment des Friedens. Der Wärme. Auch des Nichtstuns.

… wird schon alles.

 

Was passiert hier eigentlich gerade?

RWE ist dabei unsere Zukunft zu verheizen. Es geht dabei um läppische 15% Strom, die da noch heraus kommen könnten.

Der erste tote im Hambacher Forst.  Seit sechs Jahren ist nie etwas geschehn. Warum ausgerechnet jetzt? Wäre das zu verhindern gewesen?

Ein Verfassungsschutzchef, der auf die Verfassung scheißt und offensichtlich auf dem rechten Auge blind ist. Als Bestrafung wird er auch noch befördert. Die SPD lässt sich weiter verarschen und versucht alle zu bedienen, und merkt dabei nicht, dass sie sich nur weiter ihr eigenes Grab schaufelt. Probleme und sich anbahnende Katastrophen wohin ich schaue. Die einzige Phrase, die ich mir immer wieder vorbeten kann. Es war schon immer so. Menschen fanden ihr Leben noch nie vollkommen gut.

Und es geht auch noch viel viel schlimmer. Vielleicht muss es einfach so sein. Vielleicht müssen kleine Kinder Suizid Gedanken haben. Vielleicht müssen alle immer dümmer und aggressiver werden.

Vielleicht wird es auch wieder besser. Vielleicht merken die Menschen was. Immerhin. Es gehen wieder mehr demonstrieren. Nicht nur die scheiß Menschenhasser, auch gutbürgerliche. Endlich.