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Geträumte Utopien vs. Realitätswahnsinn

Wie schaff ich es, nicht an der bestehenden Scheiße kaputt zu gehen und mir die Hoffnung zu bewahren, dass es bald besser wird.

Hey Realität! Realität: Was geht?

Realität! Sag du mir, wie es geht.

Vielleicht knall ich mich einfach zu, dröhn mich voll oder lass mir Tabletten verschreiben, die mich sedieren und das alles ertragen lassen.

Hey Realität? Wozu brauchst du mich?

Realität: Zu viele lassen mich im Stich.

Aber ist es nicht so, dass ICH allein meine Realität erschaffe? Bin ich dann nicht selber Schuld, wenn ich das Gefühl habe, alles sei beschissen. Beschäftige ich mich mit den falschen Dingen?

Hey Realität! Wieso bist du wie du bist?

Realität: Dass es kaum noch zu ertragen ist?

Ok. Also dann fliehe ich aus der Innenstadt, aus den Clubs, den Theatern und Kinosälen?? Oder ich höre ganz auf zu arbeiten und lebe als Eremit umgeben von grüner Natur inmitten von Wiesen und Wäldern? Eskapismus. Hedonismus. Liberalismus. Jej.

Oder ich schreie selbst erdachte Mantren und tanze nackt in der U-Bahn.

„Wir werden bald die Welt bewegen und uns den Gesetzen entheben.

Wir werden bald die Welt verändern und über rosarote Wolken schlendern.

Wir werden bald die Welt auch retten und alle befreien von ihren Ketten.“

Danach finde ich mich womöglich bald wieder in einer psychiatrischen Einrichtung wieder, wobei ich dann wenigstens mal unter normalen Menschen wäre.  Geträumte Utopien vs. Realitätswahnsinn weiterlesen

Vorwärts immer, rückwärts nimmer!

Oder:

Wo wir sind ist vorn, und wenn wir hinten sind, ist hinten vorn.

Die Trivialitäten des immer wieder kehrenden Kreislaufes, voll undurchsichtiger Gedanken, inhaltleerer Wortspiele und bürgerlichen Kopfschranken. Was machen die mit uns?

Die fortwährenden Appelle und Mantren der Leistungsgesellschaft, Personalentwickler*innen und Fortschrittsmanager*innen. Die, die wissen wohin es geht, reiten uns mit vollem Elan und absurd grotesk guter Laune eines Animateurs einer All- Inclusive- Anlage in Marrokko, in den Abgrund. Echte Täuschungen werden zu allseits geglaubten Wahrheiten und zwischendrin schieß ich dich ab mit billigem Rotwein oder einer Wegwerfkamera. Dann jauchzen wir vor Extase Euphorie und eingebildetem Glück , gefangen in der Illusion, der Welt und Realität weit entrückt. Eingebettet im Ikeabett , davor ein kuschelig warmer Flokati vom Flohmarkt.  Es brennen Kerzen, wie romantisch, im Fernseher schreien Zombies. Netflix erklärt dir, dass Tiere essen radikal ist und fragt sich wie laut man noch werden muss, damit alle wach werden. Gebannt glotzen wir hinein in eine vermeintlich unabänderliche ohnmächtige Zukunft.

Dann ein Telefon, der Wecker wir müssen mehr Sport treiben. Also raus aus dem Fernseher und rein in irgendeinen anderen Käfig, um dort dann, wie Legehennen in Legebatterien in in Reihe geschalteten Hamsterrädern weiter zu laufen, immer weiter und weiter und weiter in den Abgrund hinein. Hier eine Push-Mitteilung, du hast 7 km geschafft. Erdogan lässt Zivilisten ermorden, Ostdeutschland fällt auf das Süßholzraspeln der neuen Faschisten rein, die klug wie sie sind, einfach behaupten, der wahre Faschismus käme von links. Was man so einfach auch gar nicht widerlegen kann, wenn Faschismus heißt, Menschen, erstmal lieber ein paar zu viele als zu wenige, zu ermorden. Dann ein Gefühl im Bauch. Darf ich jetzt schon was essen? Was sagt die App dazu?

Nein, erst noch die nächsten Plena, Seminare und Vorlesungen, Essays und Streitschlichtungen, dann Essen aus dem Müll retten und dabei knapp einer Ingewahrsamnahme der Polizei entkommen. Gut, dass ich so charmant und eloquent bin und es verstehe, den männlich gelesenen, aber auch den weiblichen, verlorenen Seelen, das Gefühl von Halt und Verständnis, ein Fünkchen Liebe vorzutäuschen. Alles aus reinem Eigeninteresse, höre ich die Neoliberale Front schreien. WENN JEDER ZU ERST AN SICH DENKT; IST AN ALLE GEDACHT: Ja, die Kinder freuen sich. Wenn Mama und Papa sich um sich kümmern, können die sich alleine erziehen. Das wird sicher nicht schief gehen.

Zurück in Netflix, endlich mal wieder. Totale Immersion. Ich hab meine Ruhe und ungesehen kann ich jetzt auch endlich mal ein Schwein schlachten, das Blut trinken und mich in seinen Organen welzen. Klar, bin ich vegan. Wie sonst sollen wir die Welt retten? Dazu gibt’s noch ein Gluten- und Laktosefreies Leberwurstsorbet. Und ein paar Zwergenpornos, in denen auch Kinder nicht zu kurz kommen. Schön durchgefickt von ein paar Hirntoten Ungetieren in Priester- und Polizistenkostüm. Ein Genuss. Dann wieder der Wecker. Das Hamsterrad ruft.

…. ich will hier raus.  Vorwärts immer, rückwärts nimmer! weiterlesen

Das Geheimnis der Glücklichen

Wie kann ich nur? Mir anmaßen, glücklich zu sein? Wie kannst du nur, deine Pflichten vernachlässigen? Wie können wir nur, nicht an die Zukunft denken? Wie kann ich nur, so weiter machen?

Wenn ich mich so umsehe, erscheint mir die Welt gar nicht so schlecht. Es ist ruhig, die Menschen gehen einkaufen, ein paar mehr Obdachlose liegen vor den Konsumtempeln, aber da will ich mich heute nicht drum scheren. Sie sind ja nicht wegen mir dort. Ich kann ja nichts dafür, Teil eines ungerechten Dreckssystems zu sein, in denen Geld in Massen vorhanden ist, aber für die Lebensnotwendigkeiten der meisten, immer keines da.

Aber darum will ich mich heute nicht kümmern. Ich bleibe im gehetzten Gewusel einfach mal stehen und schaue in den Himmel,. Ich sehe die Bäume, höre die Blätter, ertaste die Äste und rieche die Zweige, hindurch scheint die Sonne. Welche eine Wonne. Und welch beschissener Reim, ich glaub ich pack ein. Bin keine der Unternehmenden, und ewig strahlenden, ich stehe einfach im Weg. Ausnahmsweise mal den anderen gerade und nicht immer nur mir.

Heute mache ich einfach, was mir gefällt, denn all zu viel haben wir nicht mehr von dieser Welt, deswegen scheiß ich auch drauf meine Pflichten zu erfüllen, die einzige Pflicht die wir haben, ist uns glücklich zu machen. Vielleicht auch hin und wieder etwas geben, ohne zu nehmen. Aber gute Momente Tanken und festhalten, inmitten des alltäglichen Wahnsinns, das sollte es als Schulfach geben. Das brauchen wir zum Leben. Ich scheiß drauf, was die anderen um mich jetzt denken. Die Verrückten sollten mal anfangen, das Geschehen zu lenken.

Lebenskunst! So heißt eine Vorlesung an der philosophischen Faklutät dieses Semester. Ja, das Leben ist vielen entglitten, so scheint es. Aber auch das System ist überfordert. Zumindest seine Rädchen. An allen Ecken und Enden modert und stinkt es, aus allen strukturellen Löchern und Ritzen. Aber ich bleib einfach stehen im Gewusel und trinke mir billigsten Fusel.

Ich höre auch nicht auf mit den schlechten Reimen, ich liebe es  die Wörter so billig aneinander zu leimen. Die sind auch immer noch befallen mit den Keimen. Bis sie immun werden. Ich bin es ja auch, zunehmend. Immun gegen eure ich-müsste-sollte-hätte-könnte Krankheiten. Ich mache es einfach. Ohne zu zögern, ohne zu fragen. Bleibe ich stehen. Und lass es geschehen.  Das Geheimnis der Glücklichen weiterlesen

Tanz in der Irrenanstalt

Plädoyer für’s normal verrückt sein.

….

Nur die Verrückten sind frei.

Genie und Wahnsinn liegen eng beieinander.

Normalität ist eine vage Beschreibung eines Zustandes, der im Stillstand endet, wenn ihn alle anstreben.

Den Fortschritt, die Richtung und das Weiterkommen beeinflussen und ebenen stets die unrealistischen, bescheuerten Visionär*innen.

….

Phantasien einer besseren Welt, Vorstellungen eines besseren Menschen.

Nur weil dich die Umwelt hassen lässt… hasse nicht.

….

Die ArtBase. in der ehemaligen Irrenanstalt in Neustrelitz- Mecklenburg Vorpommern.

….

 

Grenzenlose Freiheit ist eine Illusion

Besessen vom Licht, zerfressen die Hoffnung.

Der Behälter undicht und viel zu viel Täuschung.

Menschengefühle trotz Roboterleben,

neue Utopien wird es so doch nicht geben.

Wir sind gefangen im Alten und lang Bekannten,

zu bequem ist es einfach mit diesen Hirnschranken.

Was mich eigentlich plagt, das verstehen nicht viele.

Ich weiß es ja selbst kaum, nur diffuse Gefühle.

Meine Gedanken die kreisen ziellos umher,

Was bringen sie mir? Was bringen sie mir.

Bin zum Scheitern geboren, trotz riesigem Potenzial.

Ich will einfach nicht passen, es ist mir egal.

Zum Teufel mit dem Ansehen von den falschen Leuten.

Betrügerische Heuchler, die uns damals betreuten.

Ich schau in deine Augen und sehe kein Ich.

Keine Seele, keine Hoffnung, nur ein fragendes Nichts.

Reiß dich zusammen, so schlimm bist du echt nicht.

Vielleicht etwas seltsam mit zu viel oder wenig Gewicht.

Komm damit klar, du bist so ziemlich einzigartig.

Auch wenn du nicht Geschichte schreibst, bleibst du großartig.

Innerer Frieden trotz Gottlosigkeit?

Sünden in Maßen, bis etwas schreit?

Verdammte Moral und Gutmenschlichkeit.

Ich muss mich aufspalten, sonst komm ich nicht weit.

Die Ambilvalenz ist in mir vereint.

Das gute und das schlechte, dass immer verneint.

So geht es auf ewig im Kreis des Universums.

Besessene Dunkelheit, inmitten des Glaubens.