
Wie kann ich nur? Mir anmaßen, glücklich zu sein? Wie kannst du nur, deine Pflichten vernachlässigen? Wie können wir nur, nicht an die Zukunft denken? Wie kann ich nur, so weiter machen?

Wenn ich mich so umsehe, erscheint mir die Welt gar nicht so schlecht. Es ist ruhig, die Menschen gehen einkaufen, ein paar mehr Obdachlose liegen vor den Konsumtempeln, aber da will ich mich heute nicht drum scheren. Sie sind ja nicht wegen mir dort. Ich kann ja nichts dafür, Teil eines ungerechten Dreckssystems zu sein, in denen Geld in Massen vorhanden ist, aber für die Lebensnotwendigkeiten der meisten, immer keines da.

Aber darum will ich mich heute nicht kümmern. Ich bleibe im gehetzten Gewusel einfach mal stehen und schaue in den Himmel,. Ich sehe die Bäume, höre die Blätter, ertaste die Äste und rieche die Zweige, hindurch scheint die Sonne. Welche eine Wonne. Und welch beschissener Reim, ich glaub ich pack ein. Bin keine der Unternehmenden, und ewig strahlenden, ich stehe einfach im Weg. Ausnahmsweise mal den anderen gerade und nicht immer nur mir.

Heute mache ich einfach, was mir gefällt, denn all zu viel haben wir nicht mehr von dieser Welt, deswegen scheiß ich auch drauf meine Pflichten zu erfüllen, die einzige Pflicht die wir haben, ist uns glücklich zu machen. Vielleicht auch hin und wieder etwas geben, ohne zu nehmen. Aber gute Momente Tanken und festhalten, inmitten des alltäglichen Wahnsinns, das sollte es als Schulfach geben. Das brauchen wir zum Leben. Ich scheiß drauf, was die anderen um mich jetzt denken. Die Verrückten sollten mal anfangen, das Geschehen zu lenken.

Lebenskunst! So heißt eine Vorlesung an der philosophischen Faklutät dieses Semester. Ja, das Leben ist vielen entglitten, so scheint es. Aber auch das System ist überfordert. Zumindest seine Rädchen. An allen Ecken und Enden modert und stinkt es, aus allen strukturellen Löchern und Ritzen. Aber ich bleib einfach stehen im Gewusel und trinke mir billigsten Fusel.

Ich höre auch nicht auf mit den schlechten Reimen, ich liebe es die Wörter so billig aneinander zu leimen. Die sind auch immer noch befallen mit den Keimen. Bis sie immun werden. Ich bin es ja auch, zunehmend. Immun gegen eure ich-müsste-sollte-hätte-könnte Krankheiten. Ich mache es einfach. Ohne zu zögern, ohne zu fragen. Bleibe ich stehen. Und lass es geschehen. Das Geheimnis der Glücklichen weiterlesen →