Nach knapp einer Woche Siem Reap, wollte ich dann weiter ziehen Richtung Süden und man erzählte mir, von Sihanoukville aus käme man am besten zu den besten Hippiestränden. Koh Rong war die bekannteste Insel, wohin die meisten Touristen fuhren.


In der Regel fährt man mit dem Nachtbus für 18-20 $ ca 8 Stunden da runter und dann weiter mit dem Boot auf die verschiedenen Inseln. Ich bekam den Tipp nach Koh Ta Kiev zu fahren, da es dort weniger Touristen gibt und es alles in allem entspannter sein sollte. 
Schnorcheln, gutes Essen, ein obercooler Besitzer und paradiesische Strände wurden mir versprochen und so war es auch!! Ziel war also Coral Beach. Nach 8 Stunden Fahrt versuchten ich und ein netter Argentinier morgens ums 05:00 ein Ticket zu organisieren. 
War gar nicht so einfach, da alle Tuk Tuk Fahrer und Reiseagenturen darauf eingestellt sind, dass alle nach Koh Rong wollen. Aber nach etwas Diskussion und Verhandlung bekamen wir beide ein Ticket für 15 $ pP und wurden dann auf ein Boot geschmissen, welches Touristen zum Schnorcheln zu verschiedenen Inseln fährt.

In Ko Ta Kiev sind wir abgesprungen und versuchten zum Resort zu kommen. War alles ausgebucht. Nach zwei Stunden und einer weiteren Bootsfahrt bekamen wir aber einen Platz in einem Bungalow für 10 $ pP am anderen Ende der Insel. Das Resort war noch ganz neu und gar nicht offiziell eröffnet.
Ein weiteres verstecktes Paradies. Wenige Gäste, ein französischer verrückter und superlieber Besitzer um die 40, viele deutsche, spanische und israelische Mitarbeiter zwischen 20 und 50, die dort alle ohne Lohn einfach leben und arbeiten.
Wie eine Art Kommune. Ich hatte den Eindruck in einer deutschen abgelegenen Kolonie zu sein, in der andere Regeln herrschten. 
Die Kambodschaner waren dort in der Minderheit und erledigten die schweren Arbeiten, wofür sie allerdings auch relativ gut bezahlt wurden. Sie bauten und werkelten den ganzen Tag bei glühender Hitze in einem Affenzahn eine Hütte nach der anderen, um zur offiziellen Eröffnungsparty alles fertig zu haben.

Die „Wessies“ kümmerten sich umd die „leichten“ Aufgaben. Schilder malen, Klo reinigen, Bar, Administration, Organisation und Essen. Oder taten einfach auch gar nichts den ganzen Tag lang.

Es war allerdings auch schweineteuer dort Gast zu sein. 30- 40 $ musste ich rechnen für einen Tag dh 10 $ pro Übernachtung, 6-7 $ Essen plus Getränke. Das lag zum einem daran, dass alles vom Festland rübergeschippt werden muss und zum anderen daran, dass es weitaus weniger Gäste als dort lebende Menschen gab. Und die mussten ja auch von irgendwas leben. Ein seltsames, aber interessantes Konzept. 
Teilweise fühlte ich mich sehr seltsam da einfach nur rumzuhängen und Gast zu sein. Man vermittelte einem den Eindruck, jeder gehöre dazu, aber auf der anderen Seite gab es doch eine sehr strickte Trennung zwischen Gästen, hart arbeitenden Khmers (die vergleichsweise gut bezahlt wurden) und den dort arbeitenden und lebenden Menschen.

Ich wollte mich gerne in die Vorbereitungen einbringen und dafür etwas Geld sparen, das war aber nicht so gern gesehen. Am Ende brauchten sie ja zahlende Gäste, um sich ihren eigenen Unterhalt zu verdienen.

Strom gab es nur über Generatoren, kein fließend Wasser, Essen in begrenzter Auswahl, aber sehr gut. Auch wenn hier und da ein Käfer oder ne Kakerlake über den Teller huschten. Aber so ist das eben im Jungle.

Aus geplanten 3 Tagen, wurden 5. Traf zwei nette Mädels aus Berlin und 2 tiefenentspannte witzige Jungs aus Süddeutschland. Hatte eine gute Zeit, aber mir ist auch klargeworden, dass mir dieses Touristending nicht liegt.

Nach der großen Party, in die ich nicht wirklich involviert war, weil ich mich weigerte 20 $ für ein bisschen Drogen auszugeben, fuhr ich dann wieder aufs Festland.

In Sihanoukville am Otres Beach schlief ich in einem Resort namens „Wish you were here“, welches mit den Resorts auf Koh Ta Kiev kooperiert. Normalerweise kann man nämlich von dort aus kostenlos mit dem Boot rüber fahren, was ich aber erst im Nachhinhein erfuhr.
Die waren allerdings auch heillos ausgebucht. Ich durfte aber eine Nacht in einer Hängematte schlafen und durch Zufall traf ich die Jungs von Koh Ta Kiev wieder, die mich eine weitere Nacht in ihrem Bungalow auf einer richtigen Matratze schlafen ließen.

Ich hatte den Eindruck, dass viele Langreisende dort kleben bleiben, weil es einem einfach an nichts fehlt und alles in allem echt günstig sein kann. Festland eben. Wie in Mamas Hotel.

Ich hatte aber die Schnauze voll vom Nichts tun und musste weiter ziehen. Hörte, dass Kampot noch günstiger ist und ein bekannter aus England, den ich in Bangkok getroffen hatte, bot mir einen freien Schlafplatz in seinem Resort an. Also hin da 🙂
