In einer der hunderten Reiseagenturen in Siem Reap, hab ich eine Tour zu einem sogenannten Floating Village gebucht. Meine Vorstellung war, dass ich Häuser im Wasser sehe und nette Motive zum Fotografieren bekomme. Das Dorf hieß Komplong Phluk und wir fuhren eine halbe Stunde mit nem Mini-Van in die Wallachei.


Mit dabei war auch eine nette Chinesin, die ich schon aus der Ankow Wat Reisegruppe kannte. Nachdem wir über holprige Straßen und ärmliche Gegenden gefahren sind und endlich im Dorf ankamen, wurden wir direkt von den Einheimischen KIndern belagert. Man erzieht die hier anscheinend dahingehend, jeden Ausländer freudig zu begrüßen, damit die ihnen etwas abkaufen.
Vom Wasser war nicht viel zu sehen und auch sonst waren wir sehr geschockt. Wir bezahlten um die 15$ um uns das Elend der Menschen dort anzusehen. Ich fühlte mich schrecklich. Wasser gab es wenig.

Normalerweise gab es selbst zu Trockenzeiten mehr, aber nachdem die Regierung einen Staudamm bauen ließ, sieht man nur noch ein paar braune Schlammpfützen.

Strom gibt es nur für ein paar Stunden am Tag und wird von einem Privatmenschen abkassiert. Die Kinder sind gezwungen zu arbeiten und zu betteln. Geld für Schulbildung gibt es nicht. 

Wir latschten durch die eine Straße, die es da gab (die sonst mit Wasser geflutet ist) und fuhren dann mit einem Boot raus auf’s Meer, wo die Menschen vom Reisanbau, Krokodilzucht und Fischfang leben.


Trotz allem wirkten die Kinder, die unserem Skipper hielfen sehr glücklich. Der Tourguide erzählte uns, dass sich die Eltern nicht großartig um sie kümmern.

Kinder sind hier eher billige Arbeitskräfte und ne Lebensversicherung. Die Jungs waren vielleicht 8 oder 9 Jahre alt und agierten wie 16-Jährige. Einer flirtete mit der netten Chinesin, um Geld für eine Massage zu bekommen.

Zurück in Siem Reap wurde ich wieder mit dem reinsten Konsumterror konfrontiert.
Die Menschen sind abhängig von großen Konzernen aus China, die im Prinzip nur Plastikschrott produzieren. Jeder versucht seinen Mist irgendwie loszuwerden.
