Archiv der Kategorie: Fotokunst

Von kurz nach früher bis heute

Raus hinaus.

Stadtflucht? Landrettung!

Verfluchtes Hinterland.

Romantisierende, idealisierende, Träumereien.

Vom Paradies im Garten. Die Bienen, Fliegen und Käfer.

Keine Schädlinge, sondern bereichernde

Freunde mit Sonnenhut dank Fingerglut.

Was auch immer. Das rationale Über. Wesen. Ich?

Soll mal die Fresse halten. Realität? Lass mich in Ruhe damit.

Mein Gefühl jetzt sagt mir, weg hier. Und das schon seit Jahren.

Wird Zeit es endlich zu wagen und das durch zu ziehen.

Gemeckert wird eh immer überall.

Und sowieso, überhaupt macht man es nie richtig im falschen.

Ein hoch auf den Dilettantismus. +

Für die naive Freude vom besseren morgen.

Und ganz ehrlich ey, Fickt euch doch Sorgen.


Schrotthaufen werden zu Abenteuerspielplätzen für Schnecken,

+Asbestplatten und feuchte Wände sind notwendige Übel im Kampf gegen die Windmühlen.

Sancho Panza hört Pflanzer und die Nazis von nebenan entpuppen sich als verkappte Esos, die auch nur extrem nach Liebe Anerkennung und Zugehörigkeit suchen.

Wie dem auch sei.

Es wird schon alles schiefgehen.

+++++

 

 

Ein Gedicht jenseits der Semiotik

verblassende Treppen

Küchen, die sich selbst steinigen

für lebenslange Fragzeichen

Geigen Spargel Spaghetti Haufen

Wolkenbrei, speckverschmierte Freiheit

Gitarrenmassaker grüner Hinterwäldler

verklebetes Obstpflaster

kinderleichtes Schubkarrentheater

Wilde Felder und Feuerwasser, die schwimmen.

Klarinettenbleistifte, voll regennasser Trockentücher.

Kekse, die fliegen

Bienenschmetterlinge in Pilzfaserkliniken.

Gespielte Leichtigkeit

farbenfrohe Dosenbiere.

Von Dämonen und Depressionen

Der Dämon abgründiger Gedanken

Depressives

Hinterfragen

Zweifel voller

Anstrengung die

man ungern bereit

ist aufzubringen

es packt und überfällt

dich

das bisschen Kraft

in dir versucht

die Engel zu bewegen….

weiter kämpfen!

Weiter machen!

einfach dran glauben.

(Nichts löst sich auf.

Wir alle sind wichtig.

Trauer, Wut, Verzweiflung dürfen sein.

Hör nicht auf, an dich und das gute zu glauben.)

Moderne Kunst aus der Staatsgalerie Stuttgart

Kurz vor meiner Reise nach Tunesien, ging es für mich nochmal kurz nach Stuttgart, Familie und die Liebe riefen bzw. zahlten mir die Fahrt.

Um es mit den Worten meines Cousins auszudrücken, in Stuttgart geht gar nichts, nada. Tote Hose. Außer aufgebrachten Wutbürgern und dem Hauptsitz der Züblin, gab es dort augenscheinlich wirklich nicht viel.

Wobei, als hässlich würde ich die Stadt nun auch nicht beschreiben. Sehr hügelig auf jeden Fall. Was dann aber doch überraschte, war die Staatsgalerie. Dank meiner Mama, die uns im Jugendalter mit Stadttouren und Museumsbesuchen quälte, empfinde ich heute eine gewisse Faszination für beides. Wobei ich den Schwaben nicht zugetraut hätte im Besitz einer so großen Sammlung Moderner Malerei zu sein. Hut ab. Echt gut. Das war lohnenswert.

Danach ging es dann kulinarisch wieder klassisch- traditionell weiter. Wir hatten dazu noch Schweineglück, einen der paar freien Plätze an Hochtischen zu ergattern, bevor der Ansturm gegen Abend richtig losging. Und die Leute stehen dann auch tatsächlich in einer Schlange mit 30-40 Leuten, mal gerne eine halbe Stunde an. Für ein paar Käsespätzle, Gulasch oder irgendwelches gebratenes totes Tier. Faszinierend.

Harti und ich waren wieder mal die Exoten schlechthin. Äußerlich, und vom Essen her sowieso. Mangosalat und Fisch mit Bratkartoffeln. Aber wenn es auf der Karte steht… und man bediente uns auch ohne großen Widerwillen, die armen Kellner*innen hatten auch ganz andere Probleme. Chronisch unterbesetzt und dann die Hälfte der Belegschaft krank, mussten die ordentlich umherflitzen um alle hungrigen Mäuler schnellstmöglich bedienen und bewirten zu können.

Jucheee. Ein Hoch auf die deutsche Gastronomie. Die armen Schweine. Einziges Trostpflaster. Der Frauentag wird nun auch Deutschlandweit wahrgenommen und sogar in mehreren Zeitungen erwähnt. In Köln geht man zu tausenden auf die Straße mittlerweile. Wir feierten ihn diesmal im kleinen Kreise und bekamen unsere alljährlichen Glückwünsche von unseren Männern, wie es die gute alte ostdeutsche Tradition ja schon seit Ende des zweiten Weltkrieges ist.

Viva la Vulva und die moderne Kunst. Wo ich zwischen all den Bildern immerhin auch drei Künstlerinnen fand. …

Ihr auch? 😉 xd

Die Flut an Bildern in schlechter Qualität bringt natürlich niemandem etwas, ohne Erläuterungen und Erklärungen. Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass jeder meiner Leser*innen etwas mit den Begriffen Kubismus, Dadaismus, Surrealismus, Neue Sachlichkeit oder Action- Painting anfangen kann. Nein?

Ich kann sie leider auch nicht gut erklären. Zumindest wären meine Einordnungen meinem Kulturwissenschaftlichem Studium auf keine Art und Weise angemessen. Nur soviel. Ich war aus dem Häusschen, weil ich viele der Künstler(!) erst Wochen zuvor in einem Seminar kennenlernen durfte. Und in diesem Seminar gab es auch herrliche Diskussionen, warum wieso weshalb denn keine Frauen besprochen wurden, aber das nur nebenbei. Der arme Professor hatte keine Chance sich heraus zu reden, obwohl ich ihm wirklich keinen bösen Willen unterstellen will. Er hat den Kern der Sache trotzdem nicht verstanden. Selbst wenn es keine bildenden Künstlerinnen gab, die auch komponiert haben oder anders herum, muss er versuchen wenigstens eine Frau mit hinein zu nehmen, um nicht wieder dieses Bild zu reproduzieren, Frauen KÖNNTEN keine Künstlerinnen sein.

Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Die Frage Huhn oder Ei. Fakt ist, viele Frauen gab es nicht, aber waren es nicht die äußeren patriachalen Strukturen, die Frauen konsequent benachteiligten. Aber anders herum frage ich mich auch manchmal, ob ich weniger feministisch bin, wenn ich als Frau „typisch“ lieber Koche als mit dem Elektrobohrer umzugehen…. ein weites Feld. Wichtig ist am Ende glaube ich, zu akzeptieren, dass wir alle unterschiedlich und doch gleichwertig sind.

Wie dem auch sei…. die verschiedenen Strömungen der sogenannten modernen Kunst sind für mich persönlich allesamt um einiges interessanter und ansprechender, aber auch zerstörender, als die doch meist sehr gegenständliche, repräsentative bildende Kunst „der alten Meister“. Darstellungen des letzten Abendmahls und anderer Biblischer Geschichten. Die Menschen haben da immer einen selten dämlichen Ausdruck. Irgendwas zwischen Schmerz und völligstem Opiumrausch. Pathetisch, heroisch. Ich muss irgendwie lachen und kann das nicht ernst nehmen. Es wird da auch wenig zum reflektieren eingeladen. Erkenntnis soll Kunst bringen, und dir nicht zeigen, wie die Welt in den Augen der Obrigkeit anscheinend zu laufen hat. Moderne Kunst aus der Staatsgalerie Stuttgart weiterlesen

Die Planlosigkeit einer Irritation

Inhalte überwinden! Ja ja ja.. nee nee nee…

Es wurde alles gedacht, gesagt, geschrieben.

Alles was ich hervorbringe, war irgendwie anders schon mal da.

Alles nur geklaut. Nichts ist wirklich gut.

 

Transformieren, generieren, dezidieren.

Manipulieren, tote gefrieren und sich verlieren.

Wieder hoch, weiter runter. Mit daneben von wegen dagegen.

Streben und Leben. Verweigerung, Totaler Wahnsinn.

Puddingpulver, Schneidebretter.

Kohlrabi und Ungewitter.

 

 

 

Vorwärts immer, rückwärts nimmer!

Oder:

Wo wir sind ist vorn, und wenn wir hinten sind, ist hinten vorn.

Die Trivialitäten des immer wieder kehrenden Kreislaufes, voll undurchsichtiger Gedanken, inhaltleerer Wortspiele und bürgerlichen Kopfschranken. Was machen die mit uns?

Die fortwährenden Appelle und Mantren der Leistungsgesellschaft, Personalentwickler*innen und Fortschrittsmanager*innen. Die, die wissen wohin es geht, reiten uns mit vollem Elan und absurd grotesk guter Laune eines Animateurs einer All- Inclusive- Anlage in Marrokko, in den Abgrund. Echte Täuschungen werden zu allseits geglaubten Wahrheiten und zwischendrin schieß ich dich ab mit billigem Rotwein oder einer Wegwerfkamera. Dann jauchzen wir vor Extase Euphorie und eingebildetem Glück , gefangen in der Illusion, der Welt und Realität weit entrückt. Eingebettet im Ikeabett , davor ein kuschelig warmer Flokati vom Flohmarkt.  Es brennen Kerzen, wie romantisch, im Fernseher schreien Zombies. Netflix erklärt dir, dass Tiere essen radikal ist und fragt sich wie laut man noch werden muss, damit alle wach werden. Gebannt glotzen wir hinein in eine vermeintlich unabänderliche ohnmächtige Zukunft.

Dann ein Telefon, der Wecker wir müssen mehr Sport treiben. Also raus aus dem Fernseher und rein in irgendeinen anderen Käfig, um dort dann, wie Legehennen in Legebatterien in in Reihe geschalteten Hamsterrädern weiter zu laufen, immer weiter und weiter und weiter in den Abgrund hinein. Hier eine Push-Mitteilung, du hast 7 km geschafft. Erdogan lässt Zivilisten ermorden, Ostdeutschland fällt auf das Süßholzraspeln der neuen Faschisten rein, die klug wie sie sind, einfach behaupten, der wahre Faschismus käme von links. Was man so einfach auch gar nicht widerlegen kann, wenn Faschismus heißt, Menschen, erstmal lieber ein paar zu viele als zu wenige, zu ermorden. Dann ein Gefühl im Bauch. Darf ich jetzt schon was essen? Was sagt die App dazu?

Nein, erst noch die nächsten Plena, Seminare und Vorlesungen, Essays und Streitschlichtungen, dann Essen aus dem Müll retten und dabei knapp einer Ingewahrsamnahme der Polizei entkommen. Gut, dass ich so charmant und eloquent bin und es verstehe, den männlich gelesenen, aber auch den weiblichen, verlorenen Seelen, das Gefühl von Halt und Verständnis, ein Fünkchen Liebe vorzutäuschen. Alles aus reinem Eigeninteresse, höre ich die Neoliberale Front schreien. WENN JEDER ZU ERST AN SICH DENKT; IST AN ALLE GEDACHT: Ja, die Kinder freuen sich. Wenn Mama und Papa sich um sich kümmern, können die sich alleine erziehen. Das wird sicher nicht schief gehen.

Zurück in Netflix, endlich mal wieder. Totale Immersion. Ich hab meine Ruhe und ungesehen kann ich jetzt auch endlich mal ein Schwein schlachten, das Blut trinken und mich in seinen Organen welzen. Klar, bin ich vegan. Wie sonst sollen wir die Welt retten? Dazu gibt’s noch ein Gluten- und Laktosefreies Leberwurstsorbet. Und ein paar Zwergenpornos, in denen auch Kinder nicht zu kurz kommen. Schön durchgefickt von ein paar Hirntoten Ungetieren in Priester- und Polizistenkostüm. Ein Genuss. Dann wieder der Wecker. Das Hamsterrad ruft.

…. ich will hier raus.  Vorwärts immer, rückwärts nimmer! weiterlesen

Frankreich Part II

… Berge, Wälder, Automaut, die Rhone, die Loire, Klimastreik, Wildcampen, Lagerfeuer, Wein, Baguette, Käse, Apotheken, Blasenentzündung, Ingwer, Knoblauch, Zitrone, Minze, Hexen, Inquisition, anglegete Beete, kleine Burgen, Tourismus, Wanderwege, Natur, alternative Wege, Kaffee, Gaskocher, Campingtisch, Staudämme, Kreisverkehre, Planlos, verplant, Orientierungslos, orientiert. Wieso wir, wieso hier, warum jetzt? 

Wie beeinflussen Fotos unsere Erinnerung? Können wir uns überhaupt noch an etwas erinnern, jenseits der aufgezeichneten vermeintlichen Realität? Was ist Zeit? Eigentlich fühlt es sich so an, als wären wir letzte Woche erst zurück gekommen. Aber dazwischen liegen schon wieder mehrere Wochen… fast vier. Genau vier? -…-

irgendwie sowas…

Reiseberichte sind doch auch immer wieder dasselbe. Bla bla bla… Langweilig. Ihr wisst schon… ich hab auch schon alles gesagt. Lass lieber die Fotos sprechen. Die sagen viel mehr. Und jeder kann sehen was er will.

Mich nerven diese Ratgeber, ich nerv mich selber mit meiner permanenten Zur Schau Stellung meines Ach so tollen Hipster- Politic- Künstler- Hippie- Punk- Dasein. Ja… ich hab es gut. Kann in den Urlaub fahren, wann es mir passt. Ich wünschte, das Privileg hätten alle… dann würd ich mich nicht so schlecht fühlen. Jetzt gerade.

…. Aber wieso denn? Darf es mir nicht gut gehen? Ich hab das doch verdient, oder nicht… immer weider diese verfickten Zweifel. Aber jej. Immerhin diese eine Woche, hat mich das alles nicht tangiert. Ich war so ausgeglichen und mit mir im Reinen wie noch nie. Frei froh glücklich. Ohne Stress.

Leider musste ich dann nach vier Tagen Handypause mal gucken, was so geht. Ich hatte richtig Schiss davor, und es kam auch wie ich erwartet hatte. Ich bekam schlechte Laune und fühlte mich gestresst, weil Menschen nachfragten, ob ich noch leben würde, was los sei, ob alles ok wär. Was ja eigentlich nett is, immerhin besser, als würde sich niemand einen Arsch interessieren. Trotzdem. 

Dann musste ich mich drum kümmern, dass wer ein Video löscht und klären, was die nächsten Tage passieren sollte.  Frankreich Part II weiterlesen

Frankreich- ein erster Abriss

 

Es war so toll. Mit dem Dicken alten VW Bus und meinem Herzensmenschen unterwegs zu sein. Ohne Ziel und ohne Plan, einfach drauf los, wie ich es am liebsten mag. 

Natur, Gewässer, Ruhe, Wandern, Lagerfeuer, Wein, Käse, Baguette, ein Klimastreik, zwei Brandblasen.  Berge, Wälder, Wiesen, Felder, Lyon. Bourg-en- Bresse. Naturparks, angelegte Parks, Stauseen, Kreisverkehre.

Eine Apotheke. Intermarche. Nussbrot vom Lidl.

Waschen eher selten. Klos in der Natur.

Dijon, Nancy. Regen, Wind. Kampf mit dem Feuer. 

Die Zeit verging viel zu schnell, ich weiß schon gar nicht mehr, was wie wo wir alles waren. Toul. Und viele kleine süße Orte mit engen Straßen und ulkigen Laternen. 

Eine Bäckerfrau mochte uns so sehr, dass sie uns ein kleines Mini- Törtchen geschenkt hat. Jeden  Abend waren wir woanders, bis 18:00 versuchten wir immer einen Stellplatz gefunden zu haben…

  Frankreich- ein erster Abriss weiterlesen

Tanz in der Irrenanstalt

Plädoyer für’s normal verrückt sein.

….

Nur die Verrückten sind frei.

Genie und Wahnsinn liegen eng beieinander.

Normalität ist eine vage Beschreibung eines Zustandes, der im Stillstand endet, wenn ihn alle anstreben.

Den Fortschritt, die Richtung und das Weiterkommen beeinflussen und ebenen stets die unrealistischen, bescheuerten Visionär*innen.

….

Phantasien einer besseren Welt, Vorstellungen eines besseren Menschen.

Nur weil dich die Umwelt hassen lässt… hasse nicht.

….

Die ArtBase. in der ehemaligen Irrenanstalt in Neustrelitz- Mecklenburg Vorpommern.

….

 

Gedicht über’s Verliebt-sein

Was ist das schon wieder, es ist wie verhext.

Als hätte ein Wesen, in mein Gehirn sich gehakt.

Nun spukt es da rum, die Hormone spieln verrückt.

Ich fang an zu träumen, der Realität weit entrückt.

So schnell wie es kam, ist’s meist auch vorbei.

Dieser unbeschreibliche Zauber voll Gefühlsduselei.

Ich hatte ganz kurz das Gefühl, total richtig zu sein.

Gefolgt von der Angst, bald wieder falsch zu sein. 

Doch egal. Ich werde hineingucken und nicht zurück schrecken.

Auch vor deinem Abgrund, den du willst verstecken…

Nun war ich am Abgrund. Voller Schmerz ist dein Herz.

Die Vergangenheit neblig, deine Zukunft verkehrt.

Dein Hier das heißt High sein, Nihilismus und Rotwein.

Keine tanzenden Kinder, loses festklammern am Dasein.

Eisblaue Augen, in denen ich mich verlier‘.

Dein Geruch flüstert Heimat, deine Lippen, bleib bei mir.

Ich würd dir gern helfen, das Licht wieder zu sehen.

Meine Erfahrung aber sagt mir, wir können allein kaum gehen.

Wenn wir uns tragen, fallen wir zusammen.

Es ist echt besser wir heilen, jeder für sich.

Gemeinsam.