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Strukturelle Gewalt, Rassismus und die Würde des Menschen

Wer hätte das gedacht? Es besteht nach wie vor der Verdacht, dass Menschen, Institutionen und einzelne Interessenverbände rassistisch sind. Schwarze, oder sagen wir mal Nicht Weiße, werden prozentual gesehen öfter von Polizisten getötet. Das überrascht mich leider nicht.

Die weltweiten Demonstrationen, mit tausenden von Menschen überraschten mich dann aber schon. Als ich vom Tod George Floyds das erste Mal hörte, hätte ich niemals geahnt, dass das so eine Welle der Entrüstung auslöst. Vielleicht, das Live-Video seines Todeskampfes der ausschlaggebende Punkt. Ich hab es mir lieber gar nicht erst angesehen.

Ja, Rassismus ist ein Problem. Aber das löst sich nicht durch umwerfen von Statuen. Auch ist es nicht damit getan, einmal mit 10.000 Menschen ein paar Schilder hochzuhalten und was zu brüllen. Denn was heißt denn Rassismus überhaupt?

Der Bergiff verschwimmt mit zunehmender Verwendung mehr und mehr und verliert für mich jede Bedeutung. Wir, als „Weiße Privilegierte“ , müssen erstmal den Rassisten in uns erkennen und einsehen, dass wir alle Teil des Problems sind. Andere an den Pranger zu stellen, wird deren Einsichten nicht ändern und Lynchmorde, Racheakte und dergleichen gehören nicht in eine sogenannte Ziviliserte Welt.

Auf die kleinen Alltagssituationen kommt es an. Man muss den Mut haben sich ganz allein gegen Chefs, Fremde oder eine Gruppe von Menschen zu stellen. Zivilcourage nennt sich das. Und das ist echt nicht einfach.

Als ich einmal nachts in Kalk Polizisten beim kontrollieren eines offensichtlich nicht Weißen dabei beobachtete und fragte, was genau er jetzt verbrochen haben soll, bekam ich eine harsche Antwort: Sie suchten einen Menschen, der gerade ein Auto aufgebrochen haben soll. Was mich das anginge und ob ich gleich mit auf die Wache wöllte.

Da ich andere Pläne hatte, war ich dann ganz schnell still und ging widerwillig und bedröppelt meiner Wege. Nun überlege ich mir bei vielen Situationen, ob es wirklich meine Aufgabe ist, diese Menschen nun zu „erziehen“, zu „kontrollieren“ oder „unter Verdacht“ zu stellen. Ich hab echt nicht immer Lust mich in alles einzumischen.

Viele Menschen begünstigen, denke ich, mit ihrem Verhalten die Situationen, wie sie sind. Dh nicht, dass die Verantwortung allein bei ihnen liegt. Oder dass es so sein muss. Natürlich nicht.

Die weißen Kolonialisten sind auf jeden Fall Schuld und das wird die Bürde aller Weißen ewig sein. Wir sind die Sklaventreiber, wir sind die Faschisten und wir sind die Rassisten.

Ja ich auch, denn ich habe genau einen schwarzen Freund und einen Nicht- Weißen. Die Anzahl der Bekannten lässt sich an einer Hand abzählen. Und nachts bin ich alarmiert, wenn ich an einer Gruppe nicht weißer vorbei gehe. Ich schaue nicht- weißen Männern auch nicht mehr gerne in die Augen, weil meistens irgendein Spruch kommt. Leider wahr…. Allerdings habe ich auch gegen die meisten weißen „Männer“ etwas, sofern sie einem gewissem Klischee entsprechen.

Aber was nun. Was tun. Demos? Ja. Zivilcourage! Noch besser. Alles fein. Ich hoffe nur, dass der Hype bei den Menschen das Bewusstsein auch längerfristig schärft und nicht, dass es beim nächsten Schock- Video, welche viral geht, wieder vergessen ist. Und es hilft auch, sich die Probleme vor der eigenen Haustür anzuschauen und dagegen was zu tun. Rassismus hat nämlich auch noch ganz andere Gesichter, als die der Polizei. Ich rede vom Strukturellen Rassismus und der Tatsache, dass Menschen in Deutschland wie Tiere gehalten werden.

Die Geflüchtetenunterkünfte in Köln zum Beispiel sind unter aller Sau. Ich unterstützte vor ein paar Tagen ein paar Menschen von „Kein Mensch ist illegal“, die gemeinsam mit Geflüchteten aus der Herkulesstraße eine Klage beim Verwaltungsgericht einreichen wollten. Leider wurden die Asyl suchenden am besagten Tag daran gehindert, vor die Tür zu gehen. Was eine Freiheitsberaubung darstellte, die nicht rechtens ist. Trotzdem konnte die Klage vorerst nicht eingereicht werden.

Kein Mensch ist illegal, lässt natürlich nicht locker und geht den Ämtern weiter auf den Keks. Platz ist da, Geld ist da. Der einzige Grund, warum man die Situation nicht bessern will, ist, nach Aussage eines Menschen aus dem Sozialaussschusses, die Tatsache, dass wenn es den Menschen zu gut gehen würde, würden noch mehr kommen. What? Also Rassismus fängt da doch an. Oder wo endet Rassismus und wann fängt reine Menschenverachtung an? Ist das nicht dasselbe?

Mich macht es wütend.

Wenn ich auf der einen Seite tausende Menschen sehe, die sich in Volksfestmanier, bei nem Bier und schönem Sonnenschein, selbst für ihr Gutmenschsein feiern und auf der anderen Seite ein paar Hanseln da stehen, damit die Menschen in bessere Unterkünfte kommen.

Aber das ist es eben. Wenn wir eine Menschenfreundlichere, antirassistische Welt wollen, müssen wir was dafür tun. Das bedeutet Geduld haben, einen langen Atem und jede Menge nervige, ausdauernde Arbeit am und mit Menschen, viel Frust und Enttäuschungen inklusive, denn Menschen sind oft scheiße, besonders wenn es ihnen dreckig geht. Ein Hoch auf diese beständig für die Rechte anderer Kämpfenden Menschen.

Es ist schön, dass nun viele über Rassismus und Antirassismus reden. Aber reden. Reicht. Nicht.

Immerhin, es knnte ein Anfang ein.

Einer von vielen….

How to not change something, but help a bit

Collective aid was found a few month ago in Belgrad for support people living in the streets. They cooked and served food, gave blankets and cloths.

The camp „Usivak“ in Sarajevo was founded just two month ago. The bosnian NGO „Pozomi.ba“ asked Collective Aid to cook in  the camp. They signed a contract  for 6 months. The IOM gave them 50.000 Euros for preparing food three times a day for 400 people.

IOM stands fo International Organization of Migration. This is an organization from the UN that registers all refugees and talks with governments. „Usivak“ is a so called Transit- Camp for 600 people.

Before we came to Sarajevo we had to apply with our Passportnumber and all dates in an online formular. After we arrived, we got a small instruction from Collective Aid and had to sign a kind of contract.

For example… we aren’t allowed to share facebook contacts with the people in the camp or talk to them about politics or religion. And when you see somebody without shoes, you arent allowed to give them yours. Strong rules… No partizipation at all. We are the givers and they’re the takers. I asked why we can not let them partizipate in the crew, like it was in City Plaza in Athens… They said its because of justice. They dont want that just a few take advantage—- so they treat everybody like animals? Hm. How to not change something, but help a bit weiterlesen

Wir geben keine Ruhe, niemals.

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Abschiebungen nach Afghanistan. Das war politisches Theater auf Kosten von Menschenleben. Nur, weil ein paar Nazis in Deutschland wieder das Maul aufmachen, schicken die 80 Leute in den ziemlich sicheren Tod…. vielleicht haben sie auch Glück und können direkt wieder nach Europa/ Athen oder Italien fliehen und dort dann auf der Straße schlafen. IMG_3861 IMG_3869 IMG_3873

Gesagt wird, dass es Straftäter seien, doch selbst wenn das stimmt, kann Afghanistan alles mögliche gebrauchen, aber sicher keine Straftäter. IMG_3881 IMG_3879

Wir können doch nicht alle aufnehmen? Nein, wir müssen dafür sorgen, dass die Leute überall so gut leben können, wie hier. Und wie? Mit Diplomatie, Austausch und viel viel Geduld. Geld hilft auch und das ist auch zu Hauf überall vorhanden, man muss es den Menschen nur wieder zugänglich machen.  Wir geben keine Ruhe, niemals. weiterlesen