Das schöne am Verfall. Die hinreißende Poesie der Vergänglichkeit menschlicher Zivilisation.
Entwicklungen und Stillstand.
Neueroberung, Rückgewinnung, Renaturalisierung.
Abenteuer Gemeinschaft, utopische Träumereien.
Zukunftsängste, Machtverschiebungen, Strukturwandel. Gesellschaftlicher Aufstieg, Zivilisatorischer Abstieg.

Die Geisteswissenschaften und die freie Liebe am Ende. Naturwissenschaften bis ins kleinste zerlegt.
Die Umöglichkeit das große Ganze zu sehen, die Zusammenhänge, Verbindungen und das Gleichgewicht im Ungleichgewicht.
Die Möglichkeit Ruhe im Strubel zu finden, sich innen anders zu sehen und das Außen neu zu erfinden.

Alte Räume, neue Ideen, statt aufgeben und passiv, aggressiv den Nachbarn zu übersehen.
Ignoranz ist die schlimmste Unhandlung gegenüber dem Leben. Selbst Hass schafft mehr Vernetzung.

Gefühlschaos, unreflektierter Dogmen.
Nicht in der alten Welt stecken bleiben.

Die Zeit schreitet voran, so auch der Geist. Wer sich nicht einfügt, mitmacht oder daran wächst, wird einfach stehen gelassen, zerbrechen oder direkt ausgemustert.
Wenn man sich rauszieht und mit Kanonen auf Spatzen feuert, kann man das schon machen. Klug ist aber was anderes.
Mitgestalten ist auch eine Form der Rebellion. Mitmachen und den Statos Quo ein bisschen in die eigene Richtung treten. Nicht?

Ich kann natürlich auch alles leugnen, den Wandel, die Zeit, mich selbst. Und einfach im Bett liegen bleiben und warten bis die Welt draußen zu Ende geht.
Aber ich, Gott sei Dank, hab viel zu viel Freude am Untergang und die winzige Wahrscheinlichkeit, dass ich dazu beitragen kann, dass es ein bisschen besser wird, reicht mir vollkommen.

Der Landschaftspark Duisburg.
Ein gelungenes Projekt, das beispielhaft für das stehen kann, was kommt. Nichts vergeht für immer, alles ist immer da, nur die Zusammensetzungen und Stoffgemische ändern sich.

Ich kann das nicht beweisen, es beruhigt mich allein der Gedanke, dass ich nicht alles in diesem Leben schaffen muss. Und vielleicht habe ich in vorherigen Leben schon einiges (nicht) getan, weswegen ich nun hier bin, wo ich bin.

Meiner Verantwortung der Welt gegenüber, versuch ich möglichst gerecht zu werden. Denn dieses Privileg zu leben, frei zu sein, wohin zu gehören, verstanden zu werden, geliebt und respektiert, das ist nicht allein mein Verdienst. Vielleicht wollte ich das auch gar nicht, aber diese Frage stellt sich halt oft nicht.
So individuell wir meinen zu sein, so gleich sind wir vorm Zahn der Zeit. Wenn das Leben vergeht und wir am Ende zurück schauen, kann ich sagen, dass ich nichts bereue. Und ich freue mich auf noch viele viele viele Zeiten, Stunden, Minuten und Sekunden.

Höhen und Tiefen.
Euphorie, Panik, Angst und Wutausbrüche.

Extase und Leere. Alles wird.

Weiter machen.
Einfach immer weiter….

ATMEN.