Was tun. Wenn alles streikt.

Die guten Nachrichten zuerst: Der Hambi lebt!!! Die Osterinsel (ein Bauwagenplatz) wurde 15 Jahre alt. Das AZ wird 8. Bei mir zu Hause ist es schön und ich habe alles, was man sich wünschen kann. Freunde, Familie, warmes Essen und Wasser und jede Menge billiger Sonnenbrillen. 

Nun das schlechte: Das Cafe Chaos (ein unkommerzielles, selbstverwaltetes, unabhängiges Cafe in der Humanistischen Fakultät) kämpft mal wieder um seine Existenz und bei den Jusos übernimmt der „rechte“ Flügel die Macht. Jej. Da kommt Freude auf. 

Alles in allem ist also alles beim Alten: die Linken streiten sich und arbeiten sich kaputt. Die Mehrheit denkt nur an sich und ist froh über die Runden zu kommen. Man meckert über die da oben, den Nachbarn oder Hundekot auf den Straßen. Vandalismus steht für den nahen Weltuntergang. 

Und ich? Ich versuche mich nicht unterkriegen zu lassen. Von meiner schlechten Laune. Die hab ich nämlich mittlerweile zum Spaß. 

Heute auf dem Weg zur Uni. Die Kvb streikte mal wieder (zu Recht!!). Ich hab diesmal leider nix von gewusst. Bin wohl gerade wieder in meiner „Fick-dich-Welt“ Blase. Und dann der Regen und kurz vor der Deutzer Brücke verabschiedete sich auch noch mein Hinterrad. Was ein schöner Start. Gestern fiel mein Seminar aus und heute das. 

Ich nahm das alles aber mal ausnahmsweise nicht als Anlass mich wieder im Bett zu verkriechen. Mein Kampfgeist erwacht so langsam zusammen mit der Natur um mich herum. Ich sagte mir, scheiß drauf. Weiter machen. Das ist meine Prüfung. Für mich. Einfach weiter machen. Kämpfen. 

Wobei… kämpfen?? Ja. Für mich ist das ein Kampf.  Mit mir und meinen inneren Dämonen. Im Prinzip jeden Tag. Wär es anders, wär ich eine Pflanze. 

Wie dem auch sei. Ich spukte dem Regen entgegen und schrie dreimal ganz laut. Schon kamen ein paar nette Herren von der Verdi-Demo und halfen mir, sodass ich das Rad dann wenigstens schieben konnte. Also dann. Zu Fuß weiter. Immerhin ließ der Regen nach. 

Auf halber Strecke kam ich an einem Fahrradladen vorbei, in dem ich Hilfe fand. Die waren so nett mir mein Rad wieder festzuziehen. Yeah. Also weiter Richtung Uni. Nach nur 2,5h kam ich dann endlich da an. Bücher geholt, mit Kollegen über den normalen Wahnsinn und meine schreckliche Art Menschen zu nerven geredet und dann weiter auf die Wiese.  

Nachdem mir ein Bekannter alles über diverse Verschwörungstheorien erzählte, die ich allesamt bereits kannte und für bescheuert befunden habe, floh ich in die Geobib. Endlich. Hier wollte ich eigentlich um 14:00 sein. War dann nur 3h später. 

Nochmal zu den Verschwörungstheorien: Selbst wenn sie alle wahr wären. Was bringt mir das JETZT außer, dass ich mich noch ohnmächtiger und machtlos fühle als eh schon? Das Wissen darüber sollte uns nicht entmutigen weiter an das gute zu glauben. Ich hab doch auch keine Ahnung, warum wieso weshalb die Leute so sind wie sie sind. Es ist einfach so. Und die Mächtigen behalten ihre Macht gerne. Mit Gewalt und Hass auf all das zu antworten ist meiner Meinung nach der falsche Weg. 

Ich mag naiv und gutgläubig sein, aber das hilft mir weiter zu atmen. Die Faktenlage ist beschissen, ich will mich nicht umbringen also versuche ich einen Glauben zu entwickeln, der mir dadurch hilft. 

Wer das für verrückt hält, dem kann ich nicht helfen. Überhaupt. Menschen kann nur geholfen werden, wenn sie einsehen, dass sie allein nichts sind. 

Und die Kvb?? Ist zumindest zuverlässiger als die Deutsche Bahn. Dass Köln immer voller wird und die Leute zu blöd sind in der Bahn aufzurücken, dafür können die ja nichts. Am besten fährt man eh mit dem Rad, wenn es denn geht. 

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