
Was ist gut, was ist schlecht in dieser Welt? Ist es gut Geld zu verdienen? Ist es schlecht das nicht zu tun? Wie wird man arm und warum werden die reichen immer reicher? Muss ich mitmachen, um nicht unter zu gehen? Welche Strukturen sind es, die uns zwingen so zu sein, wie wir sind? 
Ich glaube ja nicht daran, dass der Mensch dem Menschen ein Wolf ist. Viele, die „böse“ handeln, können in meinen Augen oft nicht anders. Und doch glaube ich an den freien Willen, dh jeder könnte anders handeln. Doch das erfordert Mut und viel Kraft. Das kann ich nicht von allen zu jederzeit erwarten. Die Menschen wurden über Jahrtausdende zu handzahmen, dummen Schafen erzogen. Das will natürlich der einzelne erstmal nicht wissen oder wahrhaben, denn gefühlt, sind wir ja alle frei. Wir haben die freie Wahl, welches Essen uns vergiftet, welche von Kinderarbeit hergestellte Kleidung wir kaufen, mit welchem Auto wir die Umwelt verpesten. Wir haben die freie Wahl, wie wir uns am Wochenende zerstören. Disco, Kino oder doch lieber Krossfitstudio? 
Ich bin sehr schnell dabei, Menschen danach zu beurteilen, was sie tun oder sagen ohne zu sehen, dass sie meistens in ihrem Kontext gar nicht anders können. Ich selbst bin oft so unauthentisch und labere einen Mist, ganz unbewusst, nur weil er in die Situation passt. Hätten wir alle mal die Möglichkeit uns frei davon zu machen, könnten wir sehen, wer wir wirklich sind. Das wäre oft erschreckend.
Aber noch sind nicht Hopfen und Malz verloren. Noch glaube ich daran, dass Liebe gewinnen kann. Wir brauchen alle nur mehr Zeit, Muße und inneren Frieden. Und eine Gemeinschaft, in der wir akzeptiert werden, wie wir sind. Jenseits aller Strukturen. Jenseits aller Aufgaben und Verpflichtungen. Positionen oder Berufe. Wo wir einfach eine Existenzberechtigung haben. Sowie jede Pflanze. 
Dann können wir eine Kraft in uns finden, die es uns ermöglicht auch entgegen der gesellschaftlichen Erwartungen zu agieren. Dann sind wir in der Lage, frei zu handeln. Dh zu verzichten. Die wahre Freiheit besteht nämlich darin, nichts zu brauchen. Dann wird man unerpressbar und kann sich jeder Schweinerei entledigen. Wenn wir nichts bräuchten, außer das nötigste, könnten wir alle in Frieden auf diesem Planeten leben.
Hass, Neid, Gier, Woll-Lust, Trägheit, Arroganz, Ignoranz, Heuchelei, Angst, Faulheit, Missgunst, Selbsthass, Zorn, Wut. In uns toben so viele Dinge und oft macht es Spaß, den Trieben nachzugeben. Es ist Toll, den Rausch zu spüren und das morgen zu vergessen. Ich kann da ein Lied von singen. Doch irgendwann hört der Kitzel auf. Jeder Drogenrausch endet böse. Jeder Höhenflug wird mit Depression gestraft. Wir sind die Herren unserer Triebe und haben es in der Hand. Jedes Nein, heißt ja zum Leben. 