
Was gibt’s zu sagen über Malta? Sehr touristisch, ein wenig teuer, da wo wir waren. Sliema, Valetta. Erinnerte mich sehr an Spanien oder Israel. Mediterran eben.

Die Kreuzritter haben die Insel bewohnbar gemacht. Das Malteser Kreuz steht symbolisch für alle Nationen, des christlichen Glaubens, die dabei waren. Im Prinzip halb Europa. Krieg und Terror. Auch hier die menschliche Geschichte. Inquisition. Französische Revolution. Und dazwischen Krieg mit der Türkei, dem osmanischen Reich oder wem auch immer.

Die tollen christlichen Ritter. Die bösen anderen Heiden. So wird es einem erzählt. Ich höre bei sowas nie so richtig hin und mir ist es auch egal, wer wie angefangen hat. Die Menschheit hat einen an der Waffel und es ist egal, welchem Orden sie angehören. Die sollen mich in Ruhe lassen. Scheiß Kriegspropaganda. Überall.
Kein Wunder, dass niemand glaubt, dass Frieden möglich ist.

Der Frieden in Europa ist mehr als bedroht. Der Frieden in der ganzen Welt. Malta ist eine winzige Insel und doch war sie strategisch immer sehr wichtig. Für alle Kriege, Kreuzzüge und Gefechte, die die Menschheit hatte. Das erfüllt die mit Stolz, so wie es scheint. Obwohl da nix wächst, und die Ritter anfangs gar keinen Bock drauf hatten. Heute feiert man sich. Ich hoffe, dass sie noch lange TouriInsel bleibt und nicht bald wieder als strategische Kriegsinsel dient. Ich bete dafür.

Die Unabhängigkeit erlangte man erst nach dem zweiten Weltkrieg. Mitte der 60er. Der Einfluss der englischen Besatzung ist nach wie vor zu spüren. Man fährt links und es gibt neben Oliven und getrockneten Tomaten auch überall „English Breakfast“ zu kaufen.



Mit Englisch kann man sich auch gut verständigen überall. Alles in allem kam es mir vor, als wäre ich schon einmal hier gewesen. Aber das war ich nicht. Es sieht nur überall gleich aus. Am Mittelmeer. Und im Kapitalismus. Also mediterraner Kapitalismus.



